Wissen

Praxis-Artikel rund um KI-Bildgenerierung im Unternehmen – alle frei verfügbar. Lokal mit ComfyUI statt Cloud-Blackbox, Reproduzierbarkeit über Seeds, Modell- und LoRA-Auswahl, Governance, M365-Integration und die üblichen Verdächtigen beim Lizenz-Chaos.

Beratung

Beratung, Einführungsbegleitung und Standort-Check für KI-Bildgenerierung. Von der Governance-Bestandsaufnahme über lokale Generierung und Workflow-Aufbau bis zur sauberen M365-Integration – inklusive Nachweisführung für Urheberrecht, Lizenzen und EU AI Act.

Fachbücher

Mein Praxiswerk zu KI-Bildgenerierung im Unternehmen – lokale Erzeugung mit ComfyUI, Modelle und Workflows, dazu die komplette Governance-Strecke: Urheberrecht, Lizenzen, DSGVO, EU AI Act und Nachweis. Volle Tiefe, deutschsprachig, kompromisslos praxisnah. In Vorbereitung!

Tools

UB.Dossier sichtet, ordnet und weist nach – liest Prompt, Seed und Modell direkt aus den PNGs und hält den Audit-Trail. UB.Forge macht den Workflow zum Arbeitsgegenstand: versionieren, Batch, Plausibilitäts-Check. Beide lokal installierbar, ohne Phone-Home.

Schulungen

Online-Workshops zu KI-Bildgenerierung – ComfyUI-Workflows von Grund auf, Modelle und LoRAs richtig einsetzen, reproduzierbar arbeiten und der ganze Governance-Block. Kompakt, hands-on, ohne Folienschlacht.

Die 15 wichtigsten Modelle zur lokalen Bildgenerierung

Modellfamilien, Stärken und Hardware-Anforderungen im kompakten Überblick

Die 15 wichtigsten Modelle zur lokalen Bildgenerierung

Ein Überblick über die Modelle, die in der lokalen Bildgenerierung wirklich zählen – nach Familien sortiert, mit Stärken, Schwächen und dem, worauf du bei Hardware und Lizenz achten musst.

Wer lokal Bilder erzeugt, läuft früher oder später in einen Dschungel aus Modellnamen: SD 1.5, SDXL, Flux, Pony, dazu hunderte Ableger mit kryptischen Kürzeln. Allein auf den gängigen Plattformen stehen zehntausende Modelle. Die gute Nachricht: Du musst nicht alle kennen. Hinter dem Wirrwarr stecken wenige große Familien, und wenn du die verstehst, ordnest du jedes neue Modell sofort ein.

Ein ehrlicher Hinweis vorweg: Dieser Bereich verändert sich rasend schnell. Versionsnummern, genaue Werte und Ranglisten sind morgen vielleicht überholt. Deshalb liegt der Fokus hier auf den stabilen Linien – welche Familie wofür steht – statt auf tagesaktuellen Bestenlisten. Den konkreten Stand prüfst du am besten direkt vor dem Download. Und was ein Checkpoint überhaupt ist, klärt ein eigener Spoke ([→ Spoke: Checkpoints & VAE]).

Die drei großen Familien

Praktisch alles, was lokal läuft, gehört zu einer von drei Familien – oder ist ein Ableger davon. Diese drei sind das Gerüst, an dem du dich orientierst.

Skizze 1: Die drei großen Familien – SD 1.5 als leichter Veteran, SDXL als Arbeitstier mit dem größten Ökosystem, Flux als Qualitätsspitze.

  • Stable Diffusion 1.5 (SD 1.5) – Der Urvater der lokalen Bildgenerierung. Klein, genügsam, läuft schon auf schwachen Grafikkarten ab etwa 4 GB Videospeicher. Die Bildqualität ist heute am unteren Ende, aber das Ökosystem ist riesig – zehntausende Zusatzpakete und Werkzeuge sind zuerst für SD 1.5 entstanden. Bleibt die Wahl für schwache Hardware.
  • Stable Diffusion XL (SDXL) – Das Arbeitstier. Größer als SD 1.5, native Auflösung rund 1024 Pixel, deutlich bessere Bilder – und vor allem: die mit Abstand größte Sammlung an Zusatzpaketen, Stil-Ablegern und Steuerwerkzeugen. Braucht etwa 8 GB Videospeicher. Für die meisten der beste Kompromiss aus Qualität, Tempo und Ökosystem.
  • Flux (von Black Forest Labs) – Die Qualitätsspitze unter den offenen Modellen, gebaut von ehemaligen Stable-Diffusion-Entwicklern. Technisch anders aufgebaut, mit deutlich besserer Prompt-Treue, saubereren Händen und – endlich – lesbarer Schrift im Bild. Der Preis: Flux braucht viel Videospeicher und kennt keinen klassischen Negativ-Prompt ([→ Spoke: Prompt & Negativ-Prompt]). Jüngeres, noch kleineres Ökosystem als SDXL.
  • Die Fotorealismus-Ableger (auf SDXL)

    Das Basismodell selbst nutzt kaum jemand direkt – man greift zu spezialisierten Ablegern (Fine-Tunes), die jemand auf ein Ziel weitertrainiert hat ([→ Spoke: Checkpoints & VAE]). Für fotorealistische Menschen, Produkte und Landschaften haben sich auf SDXL ein paar Namen als verlässliche Arbeitspferde etabliert:

  • Juggernaut XL – Einer der beliebtesten Allrounder für Fotorealismus. Vielseitig, gut dokumentiert, liefert über viele Motive hinweg konstant gute Ergebnisse – ein häufiger Einstiegstipp.
  • RealVis XL (Realistic Vision XL) – Auf fotorealistische Menschen und Natur optimiert. Stark bei Haut, Gesichtern und natürlichem Licht.
  • DreamShaper XL – Vielseitiger Ableger mit Hang zum leicht Stilisierten – gut für Fantasy, Konzeptkunst und Bilder, die nicht streng fotorealistisch sein müssen.
  • Die Anime- und Illustrations-Modelle (auf SDXL)

    Eine eigene, sehr aktive Welt. Wer Anime, Comic oder illustrierte Charaktere will, ist mit den allgemeinen Fotomodellen schlecht bedient – dafür gibt es spezialisierte Ableger mit eigenen Prompt-Konventionen:

  • Pony Diffusion V6 XL – Trotz des Namens kein Pony-Modell, sondern ein extrem vielseitiger Charakter-Spezialist mit riesigem Wissen über Figuren und einem eigenen, tag-basierten Qualitätssystem (die berühmten „score“-Tags). Eine der größten LoRA-Sammlungen überhaupt hängt an ihm.
  • Illustrious XL – Der jüngere Herausforderer, gezielt für hochwertige Illustration und Anime gebaut. Sauberere Linien, bessere Farbkonsistenz und oft bessere Hände als ältere Anime-Modelle.
  • NoobAI – Ein populärer Ableger auf Illustrious-Basis mit mehr stilistischer Bandbreite – von der Community für die Mischung aus Kontrolle und künstlerischer Freiheit geschätzt.
  • Animagine XL – Ein etablierter, sauber auf Anime ausgerichteter SDXL-Ableger – lange einer der Standardausgangspunkte für den Stil.
  • Anything (auf SD 1.5) – Der Klassiker für Anime auf der leichten SD-1.5-Basis. Heute von den SDXL-Modellen überholt, aber für schwache Hardware und schnelle Konzepte weiter brauchbar, mit gewaltiger LoRA-Bibliothek.
  • Die Flux-Varianten

    Flux kommt nicht als ein Modell, sondern in mehreren Varianten, die sich in Tempo, Qualität und vor allem in den Lizenzbedingungen unterscheiden – das ist gerade kommerziell wichtig:

  • Flux Dev – Die Variante für höchste Qualität und zum Weitertrainieren. Braucht viel Videospeicher (läuft auf schwächeren Karten nur komprimiert) und unterliegt einer eigenen Lizenz, die kommerzielle Nutzung gesondert regelt.
  • Flux Schnell – Die schnelle Variante, die schon mit wenigen Schritten brauchbare Bilder liefert – gut für zügige Vorschauen. Steht unter einer sehr offenen Lizenz, die kommerzielle Nutzung breit erlaubt.
  • Flux-Klein- und Turbo-Varianten – Kleinere, auf Tempo und geringeren Speicherbedarf getrimmte Ableger, die Flux-Qualität auch auf bescheideneren Karten zugänglich machen. Teils unter offenen Lizenzen.
  • Weitere erwähnenswerte Modelle

    Jenseits der drei Hauptfamilien lohnt ein Blick auf einige Spezialisten und Neuzugänge:

  • Stable Diffusion 3.5 – Die neuere offizielle Generation von Stability AI mit besserer Schrift und Prompt-Treue als SDXL. In der Praxis sitzt sie in einem unbequemen Mittelfeld – mehr Speicherbedarf als SDXL, weniger Qualität als Flux, ein noch dünnes Ökosystem – weshalb viele sie überspringen.
  • Text-Spezialisten (z. B. aus dem Qwen-Umfeld) – Eine Reihe neuerer offener Modelle hat sich auf lesbare Schrift im Bild spezialisiert – Plakate, Logos, Beschriftungen, oft auch zweisprachig. Wenn Text im Bild der entscheidende Punkt ist, lohnt der Blick auf solche Spezialisten.
  • Schnell-/Turbo-Modelle (z. B. SDXL-Lightning, Turbo-Varianten) – Per Distillation auf sehr wenige Schritte getrimmte Ableger, die in ein bis vier Schritten Bilder liefern – ideal zum schnellen Testen, mit leichten Qualitätsabstrichen ([→ Spoke: Steps]).
  • Welches Modell läuft auf deiner Hardware?

    Der wichtigste praktische Filter ist nicht die Qualität, sondern dein Videospeicher (VRAM). Reicht er nicht, läuft ein Modell gar nicht oder quälend langsam. Grob gilt:

    Skizze 2: Eine grobe VRAM-Leiter – SD 1.5 läuft schon auf wenig Speicher, SDXL braucht mittel, Flux am meisten (komprimiert geht es auch mit weniger).

    Diese Werte sind Richtwerte, keine harten Grenzen. Mit Komprimierungs-Tricks (etwa quantisierten Modellversionen) laufen auch größere Modelle auf schwächeren Karten – langsamer und mit kleinen Qualitätsabstrichen. Die genauen Anforderungen ändern sich mit jeder Modellgeneration, also vor dem Download kurz prüfen, was deine Karte schafft ([→ Spoke: batch_size & Reproduzierbarkeit]).

    Modell nach Ziel wählen, nicht nach „bestem“

    Die Frage „Was ist das beste Modell?“ führt in die Irre. Es gibt kein bestes – nur ein passendes. Welches das ist, hängt davon ab, was du vorhast:

    Skizze 3: Statt nach dem „besten“ Modell zu suchen, wählst du nach Ziel – jede Aufgabe hat ihre natürliche Familie.

    Wichtig: die Lizenzfrage

    Gerade weil dieser Spoke kommerziell relevant ist, der deutlichste Hinweis: Modelle stehen unter ganz unterschiedlichen Lizenzen, und die entscheiden darüber, ob du die erzeugten Bilder geschäftlich nutzen darfst. Manche Modelle erlauben kommerzielle Nutzung breit und unkompliziert, andere nur mit Auflagen wie Namensnennung, wieder andere verlangen für den kommerziellen Einsatz eine gesonderte Lizenz oder verbieten ihn.

    Dazu kommt die Frage, worauf ein Modell trainiert wurde – ein Ableger, der auf geschützten Marken oder realen Personen basiert, ist rechtlich heikel, egal was die Lizenz erlaubt. Und Fine-Tunes erben oft die Bedingungen ihres Basismodells, können aber eigene draufsetzen. Heißt konkret: Vor kommerzieller Nutzung immer die Lizenz des konkreten Modells und seines Basismodells prüfen. Das ist keine Rechtsberatung, sondern der Hinweis, an der richtigen Stelle genau hinzuschauen – im Zweifel mit fachkundiger Hilfe ([→ Spoke: Cloud-Modelle vs. lokale Bildgenerierung]).

    Was diese Liste nicht leisten kann

    Eine Momentaufnahme bleibt eine Momentaufnahme. Welches Modell gerade die „beste“ Qualität hat, kann sich in Wochen ändern – deshalb stehen hier bewusst die Familien und ihre Rollen im Vordergrund, nicht eine Rangliste mit Punkten. Die Linien (leicht und genügsam, großes Ökosystem, Qualitätsspitze, Spezial-Ableger) sind stabil; die konkreten Namen an der Spitze wechseln.

    Und die Liste ersetzt nicht das Ausprobieren. Welches Modell zu deinem Stil, deiner Hardware und deinen Prompts passt, findest du am schnellsten heraus, indem du zwei, drei Kandidaten mit demselben Prompt und Seed gegeneinander testest ([→ Spoke: Seed]).

    Häufige Fragen

    Welches lokale Modell ist das beste?

    Es gibt kein einzelnes bestes Modell, nur ein passendes. Für maximale Qualität und Prompt-Treue Flux, für das größte Ökosystem SDXL, für schwache Hardware SD 1.5, für Anime die SDXL-Anime-Ableger. Die Wahl hängt von Ziel und Hardware ab.

    Welches Modell soll ich als Anfänger nehmen?

    Mit ausreichend Videospeicher (etwa ab 8 GB) ist ein bewährter SDXL-Ableger ein guter Start – gute Qualität, riesiges Ökosystem, viel Dokumentation. Auf schwacher Hardware ein bewährtes SD-1.5-Modell.

    Was ist der Unterschied zwischen SD 1.5, SDXL und Flux?

    Grob: SD 1.5 ist der leichte Veteran (läuft auf schwacher Hardware, größtes Ökosystem, Qualität am unteren Ende). SDXL ist das Arbeitstier (mittlerer Speicherbedarf, bester Kompromiss). Flux ist die Qualitätsspitze (höchster Speicherbedarf, beste Prompt-Treue und Schrift).

    Warum gibt es so viele Modelle mit ähnlichen Namen?

    Weil die meisten davon Fine-Tunes sind – Ableger eines Basismodells, die jemand auf ein Ziel weitertrainiert oder gemischt hat. Juggernaut XL, RealVis XL und viele andere sind alle SDXL-Ableger ([→ Spoke: Checkpoints & VAE]).

    Darf ich mit diesen Modellen kommerziell arbeiten?

    Das hängt vom konkreten Modell ab. Manche erlauben kommerzielle Nutzung breit, andere nur mit Auflagen, wieder andere verlangen eine gesonderte Lizenz. Zusätzlich ist heikel, worauf das Modell trainiert wurde. Vor kommerzieller Nutzung immer die Lizenz prüfen.

    Brauche ich für Flux eine teure Grafikkarte?

    Flux ist das speicherhungrigste der drei Hauptfamilien. Voll braucht es viel Videospeicher; mit komprimierten Versionen läuft es auch auf mittleren Karten, dann langsamer und mit kleinen Qualitätsabstrichen.

    Weiterlesen

    Was ein Checkpoint und ein Fine-Tune überhaupt sind, erklärt [→ Spoke: Checkpoints & VAE]; ob du überhaupt lokal arbeiten willst oder lieber über einen Cloud-Dienst, wägt [→ Spoke: Cloud-Modelle vs. lokale Bildgenerierung] ab. Wie du Modelle mit Zusatzpaketen erweiterst, steht unter [→ Spoke: LoRA], und warum Flux keinen Negativ-Prompt hat, klärt [→ Spoke: Prompt & Negativ-Prompt].

    [→ zurück zum Hub: KI-Bildgenerierung verstehen]