SharePoint Server 2026 Features
Was Feature-Update 26H1 der Subscription Edition tatsächlich liefert – und was am 14. Juli 2026 endet.Consulting Briefing
11. Juni 2026 · boddenberg.de
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SHAREPOINT / TEAMS |
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SharePoint Server 2026 Features
Executive Summary
Reality-Check vorweg, bevor irgendjemand eine Bestellung auslöst: Ein Produkt mit der Aufschrift „SharePoint Server 2026“ gibt es nicht. Kein Karton, keine neue Hauptversion, kein großes Server-2016-zu-2019-Spektakel. Was Microsoft tatsächlich liefert, ist die SharePoint Server Subscription Edition (SPSE) – und die wird wie Windows in rollierenden Halbjahres-Feature-Updates gepflegt: 24H2, 25H1, 25H2 und seit dem 9. Juni 2026 eben 26H1, ausgeliefert im Juni-2026-Cumulative-Update. „Evergreen“ statt Big Bang. Wer also auf eine Migration „auf 2026“ wartet, wartet auf einen Bus, der nicht kommt – er fährt schon, du musst nur einsteigen und regelmäßig patchen.
Die gute Nachricht: 26H1 hebt zwei sinnvolle Funktionen in den Standard-Release – Document Intelligence (automatische Metadaten per KI) und die Modern People Card – und schiebt eine ganze Welle Sicherheits-Härtung nach (AMSI-Virenscan im Full Mode, verschlüsselte JWE-Token über Entra ID). Die schlechte Nachricht steht im Kalender: Am 14. Juli 2026, also exakt einen Monat nach diesem Briefing, fällt eine ganze Generation Altlasten von der Klippe – InfoPath Forms Services, SharePoint-2010-Workflows, SharePoint Designer 2013 und Basic Authentication verlieren den Support. Wer da noch produktiv drauf sitzt, hat kein Feature-Projekt, sondern ein Feuerwehr-Projekt.
Und für die Entscheider-Ebene die wichtigste Erkenntnis: Das schicke, neu erfundene KI-Intranet mit Copilot, SharePoint-Agents in Teams und Auto-FAQ-Webpart – das gibt es ausschließlich in der Cloud. On-Prem bekommt das nicht. Wer modernes Intranet plus KI will, kommt an einer sauber geplanten Hybrid-Strategie nicht vorbei. Genau deshalb gehören die drei Punkte aus der Aufgabenstellung zusammen: Hybrid-Migration sorgfältig planen, Content-Struktur optimieren – und das Ganze, bevor die Deprecation-Klippe zum Stolperstein wird.
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AUF EINEN BLICK: „SharePoint Server 2026“ = Subscription Edition mit Feature-Update 26H1 (9. Juni 2026). Wichtigstes Datum: 14. Juli 2026 (Support-Ende für InfoPath, SP-2010-Workflows, SharePoint Designer 2013 und Basic Auth). KI-Intranet bleibt Cloud-only. |
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Abbildung 1: Der Update-Fahrplan der Subscription Edition – und die harte Kante am 14. Juli 2026.
Worum geht es im Detail?
Fangen wir beim Versionsmodell an, weil daran die meisten Missverständnisse hängen. Die Subscription Edition ist ein Abo-Produkt: Du zahlst laufend, dafür bekommst du laufend Updates und musst nie wieder eine klassische Versions-Migration mit Datenbank-Attach durchziehen, nur weil eine neue Schachtel im Regal steht. Microsoft bündelt neue Funktionen in Halbjahres-Wellen und liefert sie über die normalen Cumulative Updates aus. Du entscheidest dabei selbst, wann was scharf geschaltet wird – über sogenannte Feature Release Rings. Vereinfacht: Es gibt einen „Early Release“-Ring für die Mutigen und einen „Standard Release“-Ring für alle anderen. Neue Funktionen reifen erst im Early-Ring und wandern dann in den Standard. Wer schon mal mit Windows-Insider-Ringen oder Microsoft-365-Release-Optionen gearbeitet hat, kennt das Prinzip.
Konkret bringt 26H1 das hier mit: Die Modern People Card und Document Intelligence sind aus dem Early Release in den Standard Release aufgestiegen – sie gelten jetzt also als ausgereift und für den Breiteneinsatz freigegeben. Document Intelligence ist dabei der eigentliche Aufmerksamkeits-Magnet: SharePoint kann Inhalte hochgeladener Dokumente analysieren und Metadaten automatisch befüllen, statt darauf zu hoffen, dass der Sachbearbeiter brav die Spalte „Vertragsart“ händisch ausfüllt (Spoiler: tut er nie). Neu im Early Release ist eine kleine, aber praktische Governance-Option im People Picker, mit der sich der „Everyone“-Claim gezielt ausschließen lässt – damit niemand mehr aus Versehen ein Dokument an die gesamte Organisation verteilt, weil die Vorschlagsliste das so freundlich angeboten hat.
Dazu kommt eine Reihe Funktionen, die aus 25H2 weiter im Early Release stehen und sich jetzt im Feld beweisen müssen: Unterstützung für JWE-verschlüsselte Token aus Entra ID, Drag-and-Drop für Webparts auf Publishing-Seiten, der AMSI Body Scan standardmäßig im „Full Mode“, erweiterte Virenprüfung hochgeladener Dokumente per AMSI sowie Verbesserungen am Text-Webpart. Der rote Faden ist unübersehbar: Sicherheit und Identität. AMSI ist die Antimalware Scan Interface von Windows – SharePoint reicht hochgeladene Inhalte zur Prüfung an den installierten Virenschutz durch, „Full Mode“ heißt, dass auch der komplette Body-Inhalt gescannt wird und nicht nur die Header. JWE-Token wiederum sind verschlüsselte Identitäts-Token – die moderne Antwort auf eine Welt, in der man Anmeldedaten eben nicht mehr im Klartext durch die Gegend schickt.
Was in den ganzen Release-Notes auffällig fehlt: ein Sprung beim SharePoint Framework (SPFx) und bei der Suche. Die On-Prem-Community rümpft hier zu Recht die Nase – wer Custom-Entwicklung auf SPFx betreibt, lebt seit Jahren mit einer älteren Basis als in der Cloud. Das ist kein Bug, das ist Strategie: Die wirklich neuen, KI-getriebenen Dinge passieren in Microsoft 365, nicht im eigenen Rechenzentrum.
Unterhalb der Schlagzeilen steckt in der Subscription Edition aber eine ganze Reihe handfester Betriebs-Verbesserungen, die im Tagesgeschäft oft mehr bringen als jedes Buzzword. Die eingebaute Zertifikatsverwaltung erzeugt, importiert und verteilt SSL-Zertifikate über die gesamte Farm und warnt rechtzeitig vor Abläufen – das Ende der nächtlichen Notfall-Erneuerung, weil mal wieder unbemerkt ein Zertifikat ausgelaufen ist. Der Remote Share Provider lagert BLOB-Daten von teurem SQL-Speicher auf günstige SMB-Dateifreigaben aus und entlastet so die Content-Datenbanken. Dazu kommen moderne Suchergebnis-Seiten mit Vorschaubildern, Bulk-Download und -Check-out in Bibliotheken sowie OpenID-Connect-Authentifizierung gegen Entra ID oder AD FS. Nichts davon ist spektakulär – aber genau diese Summe macht den Unterschied zwischen einer Farm, die man pflegt, und einer, die man fürchtet.
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TIPP – FEATURE RINGS: Nutze die Release-Ringe bewusst. Ein kleiner Pilot-Ring (Early Release) auf einem Test-Farm-Slice spart dir die Diskussion „warum sieht die Startseite plötzlich anders aus“ im Produktiv-Betrieb. Features erst beobachten, dann breit ausrollen. |
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Was sind Chancen? Was sind Risiken?
Die Chancen zuerst, damit die Stimmung nicht kippt. Erstens: kontinuierliche Lieferung statt Big-Bang-Migration. Du planst keine 18-monatige Versions-Umstellung mehr, sondern hältst eine Farm gepflegt und bekommst neue Funktionen im Quartalsrhythmus. Das ist betrieblich deutlich ruhiger. Zweitens: Die Sicherheits-Baseline ist 2026 endlich auf der Höhe der Zeit – TLS 1.3 und starke Verschlüsselung per Default (mit Windows Server 2022 aufwärts), eine eingebaute Zertifikatsverwaltung samt Ablauf-Warnungen, AMSI-Virenscan und moderne Authentifizierung über OIDC und Entra ID. Drittens: Document Intelligence ist echte Arbeitsersparnis für alle, die große Dokumentbestände sauber verschlagworten müssen. Und viertens die Hybrid-Brücke: Wenn die Farm an einen Microsoft-365-Tenant angebunden ist, tauchen Power Apps und Power Automate direkt in der Bibliotheks-Befehlsleiste auf, und Cloud Hybrid Search bringt On-Prem- und Cloud-Inhalte in einen gemeinsamen Suchindex.
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FAKT: Cloud Hybrid Search funktioniert ab Juli 2025 nur noch mit SPSE 25H1 oder neuer – der alte Search Content Service wurde am 30. Juni 2025 abgeschaltet. Wer älter ist, kann On-Prem und Cloud nur noch getrennt durchsuchen. Patch-Stand ist hier kein Komfort, sondern Voraussetzung. |
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Jetzt die Risiken, und das ist der Teil, den niemand im Lenkungskreis hören will. Das größte Risiko ist kein technisches, sondern ein Datum: der 14. Juli 2026. Ab dann sind InfoPath Forms Services, SharePoint-2010-Workflows, SharePoint Designer 2013 und Basic Authentication offiziell ohne Support. „Deprecated“ heißt dabei: läuft noch, wird aber nicht mehr weiterentwickelt und kann jederzeit per Update entfernt werden. „Removed“ heißt: weg. Und einiges ist schon weg – der klassische Authentifizierungsmodus für Inhalts-Webanwendungen, PerformancePoint Services, Access Services 2010/2013, das gute alte stsadm.exe, der Claims-to-Windows-Token-Service (C2WTS) und die Groove-Synchronisierung. Wer eine Custom-Lösung hat, die auf C2WTS und damit auf WIF 3.5 aufsetzt, muss sie auf WIF 4.5 umbauen – sonst startet der Dienst schlicht nicht mehr.
Anekdote aus dem echten Leben, weil es immer dieselbe Geschichte ist: Irgendwo in der Personalabteilung lebt ein InfoPath-Formular „Urlaubsantrag“, gebaut 2014 von einem Werkstudenten, der längst Abteilungsleiter woanders ist. Daran hängt ein SharePoint-2010-Workflow, der eine E-Mail an einen Verteiler schickt, den es seit der letzten Reorg nicht mehr gibt. Niemand traut sich, das anzufassen, weil „das läuft doch“. Am 14. Juli 2026 läuft es eben nicht mehr garantiert weiter – und dann ist es kein Wartungsticket, sondern ein Vorstandsthema, weil plötzlich keine Urlaubsanträge mehr durchgehen. Das ist der Klassiker: Technische Schulden schicken ihre Rechnung immer dann, wenn am wenigsten Zeit ist.
Das zweite, leisere Risiko ist die Erwartungslücke. Die Geschäftsführung liest „SharePoint bekommt KI“ und erwartet das im eigenen Intranet. Technisch landet diese KI aber in der Cloud – On-Prem bleibt solide, aber unaufgeregt. Wer diese Lücke nicht früh adressiert, verkauft später ein Hybrid-Projekt als Enttäuschung statt als Strategie. Die folgende Skizze trennt deshalb sauber, was wo lebt.

Abbildung 2: On-Prem liefert Sicherheit und solide Basis – die KI-Funktionen leben in der Cloud. Die Hybrid-Brücke verbindet beide Welten.
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WARNUNG: Basic Authentication kann seit dem 24H2-Update (September 2024) nicht mehr für neue Webanwendungen angelegt werden. Bestehende laufen noch – aber nur bis 14. Juli 2026. Prüfe jetzt jede Drittanbieter-Anbindung, jedes Scan-to-SharePoint-Gerät und jedes Skript, das sich per Benutzername/Passwort anmeldet. Das sind die stillen Killer. |
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Was müssen wir jetzt schon vorbereiten?
Vorbereitung heißt hier nicht „irgendwann mal“, sondern „in den nächsten Wochen“, weil die Klippe in Sichtweite ist. Der erste Schritt ist immer eine ehrliche Inventur. Du brauchst eine Liste, kein Bauchgefühl: Wo laufen noch InfoPath-Formulare? Welche Workflows basieren auf der 2010er-Plattform? Wo wurde mit SharePoint Designer 2013 gebastelt? Und vor allem: Welche Webanwendungen, Geräte, Schnittstellen und Skripte nutzen noch Basic Authentication? Diese vier Fragen entscheiden, ob der 14. Juli ein Nicht-Ereignis oder ein Ausfalltag wird.
Der zweite Schritt ist die Migration der Altlasten auf die jeweiligen Nachfolger. InfoPath und Access Services wandern Richtung Power Apps und Power Automate. SharePoint-2010-Workflows ziehen auf die 2013er-Plattform mit dem SharePoint Workflow Manager um – den pflegt Microsoft ausdrücklich auch über 2026 hinaus. Basic Authentication wird durch moderne Verfahren ersetzt: ein Trusted Identity Provider per SAML oder OIDC, idealerweise direkt gegen Entra ID. Der verbesserte People Picker löst Benutzer dann über die User Profile Application auf, ganz ohne selbstgeschriebenen Claims-Provider.
Der dritte Schritt ist Betriebs-Hygiene: Bring die Farm auf 26H1 beziehungsweise das Juni-2026-CU, und stell sicher, dass der Unterbau passt – Windows Server 2022 oder neuer, weil TLS 1.3 und die starke Verschlüsselung sonst gar nicht greifen. Plane die Feature Rings bewusst, damit neue Oberflächen kontrolliert ausgerollt werden. Und schließlich der Punkt aus der Aufgabenstellung, der gern untergeht: Optimiere die Content-Struktur. Document Intelligence, eine vernünftige Suche und ein späteres Hybrid-Szenario mit Cloud-KI sind nur so gut wie die Informationsarchitektur darunter. Wer heute 4.000 Dokumente in einer einzigen Bibliothek namens „Allgemein“ liegen hat, bekommt morgen eine KI, die genau diesen Wust durchsucht – und dann eben durchsuchbaren Wust liefert. Müll rein, Müll raus, nur jetzt mit Copilot-Branding.
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TIPP – 30/60/90: 30 Tage: Inventur von InfoPath, SP-2010-Workflows, SharePoint Designer und Basic-Auth-Anbindungen. 60 Tage: Migrationspfade festlegen (Power Platform, SAML/OIDC, Workflow Manager) und Farm auf 26H1 heben. 90 Tage: Altlasten ablösen, Content-Struktur und Hybrid-Strategie schärfen. |
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Häufig gestellte Fragen
Gibt es überhaupt ein „SharePoint Server 2026“ als eigene Version?
Nein, nicht als separate Hauptversion mit Karton und Jahreszahl. Microsoft pflegt die SharePoint Server Subscription Edition fortlaufend über Halbjahres-Feature-Updates; das aktuelle ist 26H1 vom 9. Juni 2026, ausgeliefert über das Juni-2026-Cumulative-Update. „Auf 2026 gehen“ bedeutet also schlicht: die Subscription Edition aktuell halten.
Was passiert am 14. Juli 2026 konkret mit InfoPath und Basic-Auth-Anbindungen?
An diesem Tag endet der Support für InfoPath Forms Services, SharePoint-2010-Workflows, SharePoint Designer 2013 und Basic Authentication. Technisch laufen die Dinge vielleicht noch eine Weile, aber es gibt keine Sicherheits- oder Fehlerkorrekturen mehr, und Microsoft kann sie per Update jederzeit entfernen. Geschäftskritische Formulare und Schnittstellen solltest du vorher auf Power Platform beziehungsweise moderne Authentifizierung umgezogen haben.
Bekomme ich das neue KI-Intranet mit Copilot auch on-premises?
Nein. Die neu gestaltete SharePoint-Experience samt Copilot, SharePoint-Agents in Teams und KI-FAQ-Webpart ist ein reines Cloud-Angebot in Microsoft 365 und setzt entsprechende Copilot-Lizenzen voraus. Die On-Prem-Subscription-Edition bekommt Sicherheits- und Komfortfunktionen wie Document Intelligence oder AMSI-Virenscan, aber nicht das vollwertige KI-Intranet. Dafür brauchst du ein Hybrid-Szenario.
Muss ich für 26H1 neu installieren oder reicht ein Update?
In aller Regel reicht das Einspielen des entsprechenden Cumulative Updates auf eine bestehende Subscription-Edition-Farm – eine Neuinstallation ist nicht nötig. Kommst du von SharePoint 2016 oder 2019, ist ein direkter Datenbank-Attach-Upgrade auf die Subscription Edition möglich (N-1 und N-2). Ältere Versionen müssen vorher den Umweg über 2016 oder 2019 nehmen.
Lohnt sich On-Prem überhaupt noch, oder sollten wir komplett in die Cloud?
On-Prem bleibt sinnvoll, wenn du regulatorische, Souveränitäts- oder Latenz-Gründe hast, die Daten im eigenen Rechenzentrum verlangen – die Subscription Edition ist dafür sicher und langfristig gepflegt. Sobald aber KI-Funktionen, modernes Intranet und maximale Bewegungsfreiheit im Vordergrund stehen, führt der Weg in die Cloud oder mindestens in ein gut geplantes Hybrid-Modell. Die ehrliche Antwort ist fast immer: beides, sauber abgegrenzt.








