Consulting Briefing: Thema des Tages
Viva Engage wird global: Mehrsprachige Posts für weltweite TeamsConsulting Briefing – Viva Engage spricht jetzt wirklich „Weltkonzern“
Wer in einem internationalen Unternehmen arbeitet, kennt das: Der CEO schickt eine emotionale Botschaft an „alle“ – und in der Hälfte der Standorte lesen die Leute sinngemäß: „Machine translated from irgendwas, viel Spaß beim Rätselraten.“
Genau an der Stelle dreht Microsoft jetzt an einer sehr wichtigen Schraube: Multi-Language Posts in Viva Engage – diesmal nicht nur per Automatik, sondern manuell gepflegt, mit richtigen, sauber formulierten Sprachversionen.
Was ist neu? Multi-Language Posts in Viva Engage – aber richtig
Bisher: Ein Post, eine Sprache, der Rest musste sich mit Übersetzungsfunktionen retten.
Neu: Autoren können einen Beitrag in mehreren Sprachen manuell anlegen, und Viva Engage zeigt jedem Leser automatisch die Version in seiner bevorzugten Sprache an.
Ein paar Kernpunkte:
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Manuelle Sprachversionen pro Beitrag:
Du erstellst einen Post (z. B. in Englisch) und fügst dann zusätzliche Sprachen hinzu – etwa Deutsch, Französisch, Spanisch. Für jede Sprache schreibst du einen eigenen, vollständigen Text. -
Bis zu mehrere Dutzend Sprachen:
Laut Microsoft können Beiträge in vielen Sprachen ausgeliefert werden; technisch ist das als Feature für global aufgestellte Unternehmen gedacht (Roadmap spricht von bis zu 41 Sprachen). -
Automatische Zuordnung zur Nutzersprache:
Mitarbeiter sehen standardmäßig „ihre“ Sprache, basierend auf den Spracheinstellungen in Microsoft 365 bzw. Viva Engage. Sie können aber aktiv auf andere Sprachversionen umschalten. -
Eigene Medien pro Sprache:
Pro Sprachversion kannst du separate Bilder, Videos oder GIFs hochladen – extrem spannend für kulturelle Anpassung (Feiertage, Bildstil, Symbolik etc.). -
Überall sichtbar:
Die mehrsprachigen Posts werden nicht nur im Viva-Engage-Webclient angezeigt, sondern auch in den Oberflächen, wo Engage eingebettet ist – etwa Teams, Outlook und SharePoin
Kurz gesagt: Ein Beitrag, viele Sprachen, aber alles in einem Thread – statt Copy & Paste in drei Communities und fünf Chaos-Kommentaren.
Warum macht Microsoft das genau jetzt?
Die Ausgangslage:
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Unternehmen sind global,
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Belegschaften sind sprachlich bunt gemischt,
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aber interne Kommunikation ist oft hart auf „Company-Englisch“ getrimmt.
Das führt zu klassischen Effekten:
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Mitarbeiter in Regionen außerhalb der HQ-Blase fühlen sich weniger adressiert.
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Auto-Übersetzungen sind für „mal eben“ akzeptabel, aber für CEO-Statements, Compliance-Themen, Krisenkommunikation schlicht zu heikel.
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Kommunikationsabteilungen jonglieren mit Word-Dokumenten, PDF-Freigaben, E-Mail-Schleifen – und veröffentlichen am Ende drei separierte Posts in Engage, die keiner mehr vernünftig wiederfindet.
Multi-Language Posts adressieren genau diese Lücke:
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Inklusivere Mitarbeiteransprache: Jeder bekommt wichtige Botschaften in seiner Sprache, ohne Zusatzklick auf „Übersetzen“.
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Bessere Qualität: Manuell erstellte Sprachversionen sind stilistisch, fachlich und kulturell sauber – egal ob sie durch Übersetzer, Agenturen oder KI plus menschliches Lektorat erstellt werden.
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Weniger Tool-Frickelei: Alles hängt an einem Post, einem Kommentarstrang, einem Analytics-Objekt.
Strategisch passt das in Microsofts Linie, Viva Engage als Hub für Führungskommunikation und Kultur zu positionieren – Leadership Corner, Storylines, Kampagnen, und jetzt eben: wirklich globale Ansprache ohne Workarounds.
Was bringt das konkret für IT-Entscheider und Comms-Manager?
Das Feature ist kein „nettes Extra“, sondern ein Hebel für:
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Mehr Intranet-/Viva-Nutzung
Wenn Mitarbeiter merken: „Hier finde ich Infos in meiner Sprache“, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie wirklich regelmäßig reinschauen. Global heißt dann nicht mehr: „HQ redet, Rest liest mit Glück mit“, sondern: „Alle werden gezielt angesprochen“. -
Stärkere Mitarbeiterbindung
Sprache ist Wertschätzung. Wer sich Mühe mit sauberen, lokal relevanten Sprachversionen gibt, sendet die Botschaft:
„Du bist für uns nicht nur ein Kostenstellen-Code irgendwo in EMEA/APAC.“ -
Klarere Kampagnensteuerung
Globale Kampagne? Statt fünf paralleler Threads: ein Viva-Engage-Post, mehrere Sprachversionen, einheitliche Metriken.
Comms sieht auf einen Blick: Welche Region reagiert wie? Wo kommentieren die Leute wirklich? Wo braucht man nachsteuern? -
Bessere Zusammenarbeit zwischen IT und Kommunikation
IT stellt die Plattform bereit und achtet auf Lizenzen, Governance, Policies.
Kommunikation gestaltet Prozesse, Tonalität, Übersetzungsqualität.
Multi-Language Posts sind ein idealer Aufhänger, dieses Zusammenspiel sauber zu definieren, statt „jeder macht mal, wie er glaubt“.
Governance: Ohne Prozess wird es schnell chaotisch
Wo Licht ist, ist Governance-Bedarf nicht weit. Ein paar Punkte, die du regeln solltest:
1. Wer darf überhaupt Multi-Language Posts nutzen?
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Nur zentrale Unternehmenskommunikation?
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Auch HR, Arbeitssicherheit, IT-Change-Kommunikation?
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Dürfen Community-Owner in Fachbereichen das nutzen?
Empfehlung:
Stufenmodell – etwa:
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Stufe 1: Global Comms + CEO-Office
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Stufe 2: zentrale HR, IT-Change, Standortkommunikation
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Stufe 3: nach klarer Schulung und Freigabe ausgewählte Power-User
2. Übersetzungs-Workflow definieren
Multi-Language heißt automatisch: Übersetzungsprozess. Optionen:
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Klassisch:
Kommunikation schreibt Mastertext, schickt ihn an Agentur/Übersetzer, bekommt Sprachversionen zurück, pflegt sie in Viva Engage ein. -
Hybrid mit KI:
Copilot/Übersetzungs-KI liefert Rohversion pro Sprache,
→ menschlicher Review,
→ dann Freigabe durch verantwortliche Stelle. -
Inhouse-Sprachpaten:
Pro Region/Land gibt es lokale Ansprechpartner, die den globalen Text anpassen und direkt im Multi-Language-Post pflegen.
Egal wie:
Definiere Rollen (Autor, Übersetzer, Reviewer, Freigabe) und SLA (wie schnell müssen Übersetzungen live sein?).
3. Qualitätssicherung
Ein paar sinnvolle Regeln:
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Vier-Augen-Prinzip für kritische Beiträge (CEO, Compliance, Krisenkommunikation).
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Terminologie-Glossar (Produkte, Abteilungen, formelle vs. informelle Anrede).
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Regel für Updates: Wenn der Originalpost geändert wird (z. B. neue Info), muss klar sein,
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wer die betroffenen Sprachversionen anpasst,
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wie dokumentiert wird, dass alle Sprachen wieder auf Stand sind.
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Pilot: Erst mal beim CEO anfangen
Statt „Feature für alle freischalten und hoffen“ lieber ein gezielter Pilot – und zwar dort, wo es maximal Wirkung zeigt.
Typisches Setting:
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Kanal: CEO-Storyline oder „All Company“-Community in Viva Engage.
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Sprachen: z. B. Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch.
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Inhalte:
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monatliche CEO-Videos,
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Quartalsbotschaften,
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Strategie-Updates,
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Kulturkampagnen („Safety first“, „Customer Obsession“, „One Company“).
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Vorgehen:
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Kleines, cross-funktionales Team aufsetzen (IT, Comms, ggf. HR).
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Für 2–3 Monate alle CEO-Posts mehrsprachig ausrollen.
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Metriken verfolgen:
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Reichweite je Region/Sprache,
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Klick- und Kommentarquote,
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qualitative Rückmeldungen („endlich mal auf Portugiesisch!“).
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Feedbackschleife mit Standorten:
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Passt Tonfall?
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Sind Beispiele/Bilder lokal anschlussfähig?
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Wo übertreibt man mit Wortwitz oder HQ-Phrasen?
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Am Ende des Piloten habt ihr:
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belastbare Zahlen,
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echte Nutzerstimmen,
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eine konkrete Blaupause für andere Bereiche.
Kulturelle Nuancen: Mehr als nur „gleicher Text in anderer Sprache“
Der Clou an Multi-Language Posts ist, dass du pro Sprache eigene Medien nutzen kannst. Genau da wird es spannend:
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Bilder mit lokalen Bezügen (z. B. landesspezifische Standorte, Feiertage, Symbole).
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Unterschiedliche Kleidungs- oder Meeting-Situationen (in manchen Ländern ist Anzug Pflicht, in anderen ist Hoodie normal).
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Videos mit untertitelter vs. eingesprochener Sprache, je nach Region und Erwartungshaltung.
Dazu kommen sprachliche Feinheiten:
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Direkte „Du“-Ansprache vs. eher formelles „Sie“.
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Unterschiedliche Toleranz für Ironie und Wortspiele.
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Andere Beispiele oder Metaphern, die lokal besser zünden.
Multi-Language Posts bringen also die Chance, aus „One size fits nobody“ ein „One Message, viele passgenaue Versionen“ zu machen.
Nächste Schritte: IT + Kommunikation an einen Tisch
Zum Abschluss ein pragmatischer Fahrplan, den du fast 1:1 so auf die Agenda setzen kannst:
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Lizenz- und Feature-Check
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Ist Viva Engage Premium im Einsatz und für die relevanten Autoren lizenziert?
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Ist das Feature im Tenant bereits sichtbar bzw. angekündigt?
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Workshop IT & Kommunikation (2–3 Stunden)
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Ziele definieren: Wo macht mehrsprachige Kommunikation wirklich Sinn?
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Sprachportfolio festlegen (z. B. „alle Beiträge an alle Mitarbeiter in diesen 5 Sprachen“).
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Rollen klären: Wer schreibt, übersetzt, prüft, gibt frei?
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Governance-Regeln beschließen (wann Pflicht, wann optional, wann Englisch-only genügt).
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Guidelines schreiben
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Kurzes Handbuch „So nutzen wir Multi-Language Posts in unserem Unternehmen“.
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Beispiele für „Good Practice“-Beiträge mit mehreren Sprachen.
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Vorgaben für Bild-/Videoauswahl pro Region.
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Schulungen für Content-Verantwortliche
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Kurztrainings für Comms, HR, IT-Change-Owner, Standortkommunikation.
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Fokus:
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Bedienung in Viva Engage,
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Qualitätskriterien für Übersetzungen,
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Umgang mit KI-Übersetzungen.
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Pilot mit CEO-Kommunikation
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Pilot planen, durchführen, auswerten.
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Danach: Rollout auf weitere Use Cases (Sicherheit, HR-Programme, große IT-Rollouts).
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Wer das sauber aufsetzt, macht aus einer „neuen Schaltfläche im Post-Dialog“ ein strategisches Instrument für globale, inklusive Mitarbeiterkommunikation – und bringt gleichzeitig mehr Leben ins Intranet und in Viva Engage.