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SQL Server On-Prem: Neue Lizenzierungsmodelle

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SQL Server On-Prem: Neue Lizenzierungsmodelle

Was sich mit SQL Server 2025 beim Bezugsmodell wirklich geändert hat

SQL SERVER · CONSULTING BRIEFING · 25.08.2026

SQL Server On-Prem: Neue Lizenzierungs-Modelle

Warum das Preisschild gleich geblieben ist – und du trotzdem alles neu rechnen musst

Executive Summary

Fangen wir mit der Enttäuschung an, dann kann es nur noch besser werden: Einen „SQL Server 2026“ gibt es nicht. Die aktuelle Version heißt SQL Server 2025, ist seit dem 18. November 2025 allgemein verfügbar, und die Listenpreise sind auf den Dollar identisch mit denen von SQL Server 2022: 15.123 US-Dollar pro Zwei-Kern-Pack Enterprise, 3.945 US-Dollar pro Zwei-Kern-Pack Standard. Wenn dir also jemand erzählt hat, die neue Version bringe endlich günstigere On-Prem-Lizenzen – das war Marketing, Wunschdenken oder ein Vertriebsgespräch nach dem zweiten Bier.

Was sich wirklich geändert hat, ist deutlich spannender als ein Rabatt: Microsoft hat nicht am Preis gedreht, sondern am Bezugsmodell. Du kannst SQL Server im eigenen Rechenzentrum inzwischen stundenweise über Azure Arc abrechnen – 0,375 US-Dollar pro Kern und Stunde für Enterprise, 0,100 US-Dollar für Standard. Ohne Enterprise Agreement, ohne Software Assurance, ohne dreijährige Selbstverpflichtung. Daneben stehen Subscription-Lizenzen über CSP mit ein- oder dreijähriger Laufzeit. Das klassische Perpetual-Modell mit Software Assurance gibt es weiterhin, es ist nur nicht mehr automatisch die richtige Antwort.

Der zweite große Hebel steckt in der Edition: Standard darf jetzt 32 statt 24 Kerne nutzen, 256 statt 128 GB Buffer Pool, Resource Governor ist von Enterprise heruntergewandert, und Power BI Report Server ist sogar ohne Software Assurance enthalten. Für eine ganze Reihe von Workloads heißt das schlicht: 3.945 statt 15.123 Dollar pro Zwei-Kern-Pack. Das ist der eigentliche Preisnachlass. Er steht nur nirgends als solcher in der Preisliste, weil Microsoft ihn dir nicht schenkt, sondern dich ihn finden lässt.

Und dann ist da der Termin, der dieses Briefing dringend macht: Am 14. Juli 2026 ist der Extended Support für SQL Server 2016 ausgelaufen. Das war vor sechs Wochen. Wer noch darauf produziert, zahlt entweder Extended Security Updates zu Preisen, die einer kompletten Neulizenzierung entsprechen – oder er zahlt nichts und hofft. Hoffnung ist ein wunderbares Gefühl und ein miserables Betriebskonzept.

 

FAKTEN AUF DEN TISCH

Die Zahlen, die du im nächsten Meeting brauchst

Aktuelle Version: SQL Server 2025 (17.x), GA seit 18.11.2025. Ein Nachfolger ist nicht angekündigt.

Perpetual, Open NL: Enterprise 15.123 $ / Standard 3.945 $ je Zwei-Kern-Pack. Standard-Serverlizenz 989 $, CAL 230 $.

Subscription über CSP: Enterprise 5.434 $ / Standard 1.418 $ je Zwei-Kern-Pack und Jahr.

Azure Arc Pay-as-you-go: Enterprise 0,375 $ pro Kern und Stunde (rund 274 $ im Monat), Standard 0,100 $ (rund 73 $ im Monat).

Minimum bleibt bei vier Kernlizenzen je physischem Prozessor beziehungsweise je virtueller Maschine. Lizenzen gibt es ausschließlich im Zweierpack.

 

Support-Fahrplan SQL Server 2016–2025: Zeitstrahl mit Extended Support- und ESU-Phasen bis 2036.

Der Fahrplan, den du deinem Vorstand zeigst, bevor er ihn woanders sieht: SQL Server 2016 ist seit dem 14.07.2026 draußen, das ESU-Fenster schließt am 17.07.2029.

Worum geht es im Detail?

Drei Türen in denselben Raum. Früher war Lizenzierung eine Beschaffungsfrage: Du hast Kernlizenzen gekauft, Software Assurance dazugelegt und drei Jahre Ruhe gehabt. Heute hast du drei Wege, und sie unterscheiden sich nicht in dem, was du bekommst, sondern in dem, wie du bezahlst und wie schnell du wieder rauskommst.

Weg eins ist das Perpetual-Modell mit Software Assurance. Du kaufst dauerhaft, zahlst SA obendrauf und bekommst dafür die Rechte, die den eigentlichen Wert ausmachen: neue Versionen, Failover-Server für HA und DR, unbegrenzte Virtualisierung mit Enterprise, die Lizenzierung pro VM, Azure Hybrid Benefit und License Mobility. Wichtig und gern übersehen: Software Assurance kannst du ausschließlich beim Kauf dazubuchen. Nachträglich geht nichts. Wer sie einmal hat auslaufen lassen, kauft neu.

Weg zwei ist die Subscription-Lizenz aus dem CSP-Kanal, mit ein oder drei Jahren Laufzeit. Funktional bekommst du damit praktisch dieselben Rechte wie mit Software Assurance, nur ohne den einmaligen Kaufblock im Investitionsbudget. Rechnerisch ist das bei Enterprise nach knapp drei Jahren teurer als Kaufen – dafür kannst du am Ende der Laufzeit aufhören, ohne dass dir jemand etwas wegnimmt. Genau dieser Ausstieg ist der Punkt, an dem sich die Diskussion mit dem Controlling meist entscheidet.

Weg drei ist das eigentlich Neue: Pay-as-you-go über Azure Arc, im eigenen Rechenzentrum. Du verbindest die Maschine mit Azure Arc, setzt den Lizenztyp auf PAYG, und Azure zählt stündlich mit. Abgerechnet wird nur, wenn SQL Server läuft und die Maschine online ist. Der Clou: Diese Subscription bringt dieselben Zusatzrechte mit wie Software Assurance – inklusive Failover-Rechten und unbegrenzter Virtualisierung mit Enterprise. Du kaufst dir SA-Rechte also faktisch stundenweise, ohne jemals eine Kauflösung angefasst zu haben.

 

AUS DEM MASCHINENRAUM

Der Testcluster, der drei Jahre lang niemandem aufgefallen ist

Ein Fertigungskunde hatte zwei Enterprise-Hosts für ein Projekt beschafft, das nach vier Monaten eingestellt wurde. Die Hardware lief weiter, die Lizenzen lagen im Schrank, die SA wurde brav dreimal verlängert. Kosten für eine Umgebung, die niemand mehr benutzt hat: knapp 90.000 Dollar Listenwert. Mit Arc-PAYG wäre die Rechnung in dem Moment auf null gegangen, in dem jemand den Dienst gestoppt hätte. Das ist kein Lizenzargument, das ist ein Governance-Argument – und deshalb das stärkste in diesem Briefing.

 

Wann sich welches Modell rechnet. PAYG ist teuer, wenn eine Maschine rund um die Uhr durchläuft. Rechne nach: 16 Kerne Standard kosten über Arc rund 1.168 Dollar im Monat, also gut 14.000 im Jahr – gegenüber 11.344 Dollar für dieselben 16 Kerne als Jahres-Subscription. PAYG gewinnt dort, wo Last unregelmäßig ist: Projektumgebungen, Migrationsphasen, saisonale Spitzen, Test- und Abnahmesysteme, die nur ein paar Wochen im Quartal laufen. Und es gewinnt immer dann, wenn du gar nicht sagen kannst, wie viele Instanzen es in sechs Monaten noch gibt.

Kostenvergleich SQL Server Standard und Enterprise, 16 Kerne, 36 Monate: Perpetual, Subscription, Azure Arc, ESU.

Vier Wege, dieselben 16 Kerne zu bezahlen. Die vierte Säule ist keine Lizenzstrategie, sondern eine Rechnung fürs Nichtstun.

Der unterschätzte Hebel: Standard statt Enterprise. SQL Server 2025 hat die Standard Edition spürbar aufgewertet. Die Rechenkapazität liegt jetzt bei bis zu 32 Kernen statt 24, der Buffer Pool bei 256 statt 128 GB, und der Resource Governor – jahrelang ein Enterprise-Verkaufsargument – ist nun auch in Standard verfügbar. Wer seine Enterprise-Lizenzierung ursprünglich mit Kernzahl oder Arbeitsspeicher begründet hat, sollte diese Begründung dringend nochmal aufmachen. Der Preisunterschied beträgt Faktor 3,8.

Zwei Dinge gehören ehrlicherweise dazu: Die Web Edition ist mit SQL Server 2025 gestrichen – wer sie über einen Hoster genutzt hat, findet keinen gleichwertigen günstigen Ersatz mehr. Und das Server-plus-CAL-Modell existiert zwar weiter für Standard, ist aber weder mit Pay-as-you-go kombinierbar noch ESU-fähig. Wenn deine Umgebung noch auf CALs steht, ist das kein Modell mehr, sondern ein Auslaufmodell mit Schonfrist.

 

PRAXISTIPP

Der Edition-Check, der sich fast immer lohnt

Nimm deine Enterprise-Instanzen und prüfe drei Fragen: Braucht die Instanz mehr als 32 Kerne? Braucht sie mehr als 256 GB Buffer Pool? Nutzt sie ein Feature, das wirklich nur Enterprise kann – also etwa Online-Index-Operationen, partitionierte Tabellen im großen Stil oder Always On mit mehreren sekundären Replikaten?

Wenn dreimal Nein herauskommt, sparst du pro Zwei-Kern-Pack 11.178 Dollar Listenpreis. Bei einer 16-Kern-Instanz sind das 89.424 Dollar. Das ist kein Optimierungsprojekt, das ist ein Nachmittag mit einer Tabelle.

 

Hochverfügbarkeit: das teuerste Missverständnis im Rechenzentrum. Die Failover-Rechte sind der Grund, warum Software Assurance überhaupt Sinn ergibt – und gleichzeitig die Stelle, an der bei Audits das meiste Geld verloren geht. Je lizenzierter Instanz stehen dir drei kostenlose passive Replikate zu: eines für Hochverfügbarkeit, eines für Disaster Recovery und eines für Disaster Recovery in Azure. Das gilt ausdrücklich nur mit Software Assurance, mit Subscription oder mit Arc-PAYG. Ohne eines dieser drei gibt es keine Failover-Rechte – auch nicht für einen Cluster, der nur wartet.

Diagramm: Drei kostenlose SQL Server Passiv-Replikate (HA, DR, Azure) mit Bedingungen und Einschränkungen.

Drei Passiv-Replikate geschenkt, aber nur unter Auflagen. Der Arc-Agent kontrolliert stündlich, ob „passiv“ auch wirklich passiv bedeutet.

 

ACHTUNG, KOSTENFALLE

Readable Secondary: der Klassiker unter den Nachzahlungen

Ein lesbares sekundäres Replikat bleibt nur so lange kostenfrei, wie sich niemand darauf verbindet. Sobald ein Reporting-Job, ein BI-Dienst oder ein neugieriger Entwickler eine Session auf einer Benutzerdatenbank öffnet, ist das Replikat aktiv – und voll lizenzpflichtig. Verbindungen zu master, msdb, tempdb und model sind erlaubt, Backups und DMV-Abfragen ebenfalls.

Zweite Falle: Läuft im selben Betriebssystem noch eine SSIS-, SSAS- oder SSRS-Instanz, wird abgerechnet, auch wenn alle Datenbank-Engines passiv sind.

Dritte Falle, und die trifft überraschend viele: Unter Linux gibt es überhaupt keine automatische Passiv-Erkennung. Dort zählt Arc jede Instanz als aktiv. Wenn deine AG unter Linux läuft, ist PAYG in der aktuellen Form die falsche Wahl – nimm Volumenlizenzen.

 

Was sind Chancen? Was sind Risiken?

Chance eins: Lizenzkosten werden endlich steuerbar. Zum ersten Mal kannst du SQL-Kosten wie Cloud-Kosten behandeln – verursachungsgerecht, abschaltbar, pro Kostenstelle sichtbar. Wenn eine Fachabteilung eine Datenbank bestellt, siehst du am Monatsende, was sie gekostet hat. Das verändert Gespräche. Eine Instanz, die 274 Dollar im Monat sichtbar verbrennt, wird abgeschaltet. Eine Instanz, die vor drei Jahren einmal bezahlt wurde, läuft ewig.

Chance zwei: Compliance quasi nebenbei. Der Arc-Agent inventarisiert deine SQL-Landschaft, erkennt Editionen, Kernzahlen und passive Replikate und stellt das Ergebnis in Azure dar. Das Anbinden selbst kostet nichts. Wer schon einmal drei Wochen damit verbracht hat, für ein Audit eine belastbare Instanzliste zu bauen, weiß, was dieser Punkt wert ist. Und ja, das ist zweischneidig: Was du sehen kannst, kann Microsoft prinzipiell auch sehen. Wer damit nicht leben will, sollte trotzdem eine eigene Inventarisierung haben – nur eine schlechtere.

Chance drei: der Weg zurück bleibt offen. Du kannst den Lizenztyp einer Maschine wechseln, ohne SQL Server neu zu installieren. Ein Projekt startet auf PAYG, läuft sich ein, wird dauerhaft – und dann kaufst du Volumenlizenzen und stellst um. Umgekehrt genauso. Diese Reversibilität ist in der Microsoft-Lizenzwelt selten genug, um sie ausdrücklich zu loben.

Risiko eins: PAYG braucht eine Leitung nach Azure. Die Pay-as-you-go-Subscription verlangt, dass die Maschine mit Azure verbunden bleibt. Kurze Störungen sind eingeplant – bis zu 30 aufeinanderfolgende Tage Ausfall verträgt das System, ohne dass die Abrechnung kippt. Danach läuft die Subscription aus, und du bist nicht mehr berechtigt, die Software zu nutzen. Für eine echte Air-Gap-Umgebung – Produktionsnetz, Leitstand, kritische Infrastruktur – ist dieses Modell schlicht nicht gebaut. Prüfe auch die ausgehenden HTTPS-Endpunkte, bevor die Firewall dir die Nutzungsmeldung wegfiltert und du dich hinterher fragst, warum die Rechnung so seltsam aussieht.

Risiko zwei: die VMID-Falle. Ändert sich die Virtual Machine ID – durch Klonen, Umbenennen, Hardwaretausch oder Neuaufbau – behandelt Azure Arc die Maschine als komplett neue Ressource. Bei ESU-Abonnements führt das zu doppelter Abrechnung: Die alte Ressource läuft weiter, die neue erzeugt eine Rückbelastung. Die Reihenfolge lautet immer: erst abmelden, dann trennen, dann umbauen, dann neu anbinden. Wer das anders macht, lernt seinen Microsoft-Support besser kennen, als ihm lieb ist.

Risiko drei: ESU ist kein Sparprogramm. Die Extended Security Updates für SQL Server 2016 kosten pro Jahr ungefähr so viel wie eine komplette Neulizenzierung derselben Kerne – und zwar in allen drei Jahren gleich viel, nicht mit der früher üblichen Steigerung. Seit dem 1. April 2026 gilt zudem ein einheitlicher Listenpreis unabhängig davon, wo die Instanz läuft und über welchen Kanal du kaufst. Der Trick von früher – einfach in eine Azure-VM schieben und ESU geschenkt bekommen – funktioniert bei SQL Server 2016 nicht mehr. Das galt für 2014, es gilt nicht für 2016. Rabatte gibt es noch, je nach Zielplattform, aber das ändert nichts an der Richtung: ESU ist eine Brücke, kein Zuhause.

 

MERKSATZ

Der Satz für die Vorstandsvorlage

Drei Jahre ESU auf SQL Server 2016 kosten mehr als drei Jahre SQL Server 2025 – in jeder Edition, in jeder Rechnung, bei jedem Kunden, den wir bisher durchgerechnet haben. Wer ESU kauft, kauft ausschließlich Zeit. Der einzige wirtschaftlich vertretbare Grund dafür ist eine Anwendung, die nachweislich nicht migrierbar ist – und dann gehört die Ersatzbeschaffung in denselben Beschluss.

 

Was müssen wir jetzt schon vorbereiten?

Die gute Nachricht: Der Aufwand liegt fast vollständig vor der Migration, nicht in ihr. Wer die folgenden Punkte in den nächsten acht Wochen abarbeitet, geht mit einer belastbaren Zahl in die Budgetplanung statt mit einem Bauchgefühl.

Inventar bauen, und zwar ein echtes. Jede Instanz mit Version, Edition, Kernzahl, Lizenzmodell, SA-Status und HA-Rolle. Azure Arc nimmt dir die technische Erfassung weitgehend ab und kostet für das reine Anbinden nichts. Ohne diese Liste ist jede weitere Diskussion Kaffeesatzleserei.

SA-Ablaufdaten prüfen. Software Assurance kann nur beim Kauf dazugebucht werden. Wenn eine Verlängerung ansteht, ist das der Moment für die Grundsatzentscheidung – nicht drei Monate danach.

Edition-Downgrade prüfen. 32 Kerne und 256 GB Buffer Pool in Standard ändern die Rechnung für viele Instanzen fundamental. Diese Prüfung vor der Beschaffung machen, nicht danach.

HA/DR-Topologie gegen die Passiv-Kriterien halten. Jedes lesbare sekundäre Replikat, jeder Reporting-Zugriff auf ein Secondary, jede SSIS-Instanz auf einem vermeintlich passiven Knoten gehört auf den Prüfstand. Diese Prüfung ist günstiger als das Ergebnis eines Audits.

Netzwerkpfad für Arc klären. Ausgehende HTTPS-Endpunkte, Proxy, DNS, Zertifikatslaufzeiten. Bleibt ein Agent länger als 45 Tage offline, läuft sein Zertifikat ab und die Maschine muss komplett neu angebunden werden – mit allen Rückbelastungen, die daran hängen.

SQL Server 2016 einzeln bewerten. Für jede verbliebene Instanz genau drei Optionen dokumentieren: Upgrade auf 2025, Migration nach Azure SQL, oder ESU mit hartem Enddatum und benanntem Verantwortlichen. Späterist keine dieser Optionen.

Vor dem ESU-Start das aktuelle Cumulative Update einspielen und testen. Sicherheitsupdates setzen den letzten Servicestand voraus. Das erste ESU-Paket ist der falsche Moment, um festzustellen, dass der Patchstand von 2019 ist.

 

PRAXISTIPP

Reihenfolge, die sich in Projekten bewährt hat

Erst inventarisieren, dann Edition prüfen, dann Modell wählen, dann verhandeln. Die meisten Unternehmen machen es genau andersherum: Sie verhandeln zuerst, weil der Vertrag ausläuft, und inventarisieren danach – wenn die Zahlen im Vertrag stehen und keinen mehr interessieren. Zwei Wochen Vorarbeit verschieben die Verhandlungsposition spürbar, weil du dann als Einziger im Raum weißt, wovon geredet wird.

 

Häufig gestellte Fragen

Gibt es einen SQL Server 2026 und lohnt es sich, darauf zu warten?

Nein, eine Version 2026 ist von Microsoft weder veröffentlicht noch angekündigt. Die aktuelle Version ist SQL Server 2025, verfügbar seit dem 18. November 2025 und mit Sicherheitsupdates bis Januar 2036 versorgt. Warten kostet dich nur Support-Zeit, keine Version.

Kann ich SQL Server on-premises wirklich stundenweise bezahlen?

Ja. Über SQL Server enabled by Azure Arc verbindest du deine Maschine mit Azure und rechnest stündlich ab – 0,375 US-Dollar pro Kern und Stunde für Enterprise, 0,100 für Standard, gemessen nur dann, wenn SQL Server läuft und die Maschine online ist. Voraussetzung ist eine dauerhafte Verbindung nach Azure; nach 30 Tagen ohne Kontakt erlischt die Nutzungsberechtigung.

Brauche ich Software Assurance, um passive Replikate kostenlos zu betreiben?

Du brauchst entweder Software Assurance, eine Subscription-Lizenz oder eine Arc-Pay-as-you-go-Subscription – eines von diesen dreien. Mit reinen Perpetual-Lizenzen ohne SA gibt es keinerlei Failover-Rechte, und jedes Replikat muss vollständig lizenziert werden, auch wenn es nur wartet.

Was passiert, wenn wir auf SQL Server 2016 bleiben?

Der Extended Support ist am 14. Juli 2026 ausgelaufen; ohne ESU-Abonnement bekommst du keine Sicherheitsupdates mehr und kannst auch keine Support-Tickets mehr eröffnen. ESU sind bis zum 17. Juli 2029 buchbar, decken ausschließlich als kritisch eingestufte Sicherheitslücken ab und kosten pro Jahr etwa so viel wie eine Neulizenzierung derselben Kernzahl.

Lohnt sich der Wechsel von Enterprise auf Standard mit SQL Server 2025?

In sehr vielen Fällen ja, weil Standard jetzt bis zu 32 Kerne und 256 GB Buffer Pool nutzen darf und zusätzlich den Resource Governor mitbringt. Der Listenpreisunterschied liegt bei 11.178 US-Dollar pro Zwei-Kern-Pack – geprüft werden sollte vorher nur, ob wirklich kein Enterprise-exklusives Feature produktiv im Einsatz ist.

Dieses Consulting-Dokument steht als PDF zum Download bereit: https://www.boddenberg.de/ArtikelPdf/sql-server-2025-der-preis-bleibt-alles-andere-nicht.pdf — © Ulrich B. Boddenberg · boddenberg.de