Neues Copilot-Dashboard im Microsoft-365-Admincenter bündelt alle KI-Fäden

von | Dez. 4, 2025 | CB-KI, Consulting Briefing | 0 Kommentare

Consulting Briefing: Thema des Tages

Neues Copilot-Dashboard im Microsoft-365-Admincenter bündelt alle KI-Fäden

Consulting Briefing – Copilot im Cockpit:
Die neue Copilot-Landingpage im Microsoft-365-Admincenter

Wer heute Copilot in Microsoft 365 ausrollt, kennt das Problem:
Lizenzen sind gebucht, die ersten Teams sind begeistert – und trotzdem fühlt sich das Ganze an wie Fliegen im Nebel. Wer nutzt was, wie intensiv, und passt das zur Governance?

Genau hier setzt die neue Copilot-Landingpage im Microsoft-365-Admincenter an. Sie soll das „Cockpit fürs Copilot-Cockpit“ sein: eine zentrale Ansicht für Erfolg, Risiken und Stellschrauben rund um Copilot.


Was ist die neue Copilot-Landingpage eigentlich?

Im Microsoft-365-Admincenter gibt es inzwischen einen eigenen Menüpunkt „Copilot“. Dort steckt nicht mehr nur Lizenzzuordnung, sondern eine komplette Einstiegsseite, die Ihre Copilot-Reise zusammenfasst.

Die überarbeitete Landingpage liefert unter anderem:

  • Erfolgsmetriken auf einen Blick
    Aktive Copilot-Benutzer, Nutzungstrends über 7/30/90/180 Tage, Verteilung über Apps und Szenarien (Chat, Agents, M365-Apps).

  • „Usage“-Ansicht
    Fokus auf Adoption: Wer benutzt Copilot wirklich, in welchen Workloads, wie entwickelt sich das über die Zeit? Die Daten basieren auf den Copilot-Nutzungsberichten im Admincenter.

  • „Security“-Ansicht
    Ein Sicherheits-Pivot, das mit Purview zusammenhängt: Wie gut sind Sensitivity Labels, DLP und andere Schutzmechanismen in den Bereichen umgesetzt, in denen Copilot arbeitet?

  • Verknüpfung zu Einstellungen und Szenarien
    Direkt von der Landingpage springen Sie in zentrale Schalter:

    • User Access für Copilot in Admin Centern, Chat und Apps

    • Pay-as-you-go für Copilot Chat

    • Self-Service-Kauf für Copilot

    • Agents, AI-Provider und weitere Szenarien

Kurz gesagt: Statt zehn Untermenüs und drei PowerShell-Skripte gibt es einen zentralen Einstieg, der Zahlen, Einstellungen und Security-Perspektive zusammenführt.


Wie hilft die Seite bei Governance?

Copilot ist kein weiteres „Feature an/aus“, sondern eine Strategie-Entscheidung. Die Landingpage unterstützt diese Governance-Entscheidung gleich an mehreren Stellen:

  1. Transparenz statt Bauchgefühl
    Die Usage-Perspektive zeigt, ob Ihre Governance überhaupt wirkt:

    • Haben nur die vorgesehenen Pilotteams Nutzung?

    • Gibt es Bereiche, die plötzlich massiv auf Copilot setzen, obwohl sie noch gar nicht offiziell im Rollout sind?

  2. Security-by-Design kontrollieren
    Über den Security-Pivot sehen Sie, ob Ihre Purview- und DLP-Strategie dort sauber ist, wo Copilot loslegt. Wenn in bestimmten Bereichen sensible Daten ohne Labels auftauchen, ist das ein ziemlich deutliches Governance-Alarmzeichen.

  3. Richtlinien technisch verankern
    Im Copilot-Bereich des Admincenters hängen Governance-Regeln direkt an Schaltern und Richtlinien:

    • Wer darf Copilot überhaupt nutzen?

    • Dürfen Benutzer sich Lizenzen selbst kaufen (Self Service) oder nur testen?

    • Welche Admins bekommen Copilot in den Admin Centern – und welche explizit nicht?

So wird aus PowerPoint-Governance („Wir sollten mal…“) tatsächliche Steuerung („Wir haben es konfiguriert, wir messen es, wir passen es an“).


Lizenznutzung im Griff: Vom Blindflug zur Kostensteuerung

Copilot ist nicht billig – das ist kein Geheimnis. Die Landingpage plus die detaillierten Copilot-Nutzungsberichte helfen, die Lizenzseite zu beherrschen:

Typische Fragen, die Sie damit beantworten können:

  • Wie viele meiner lizenzierten Benutzer nutzen Copilot überhaupt aktiv?

  • Welche Bereiche sind Heavy User – und wo liegen Lizenzen nur rum?

  • Wo lohnt sich ein Upgrade auf Voll-Lizenzen, wo reicht eventuell ein Pay-as-you-go-Modell?

Darauf können Sie Prozesse setzen wie:

  • Monatliches Lizenz-Review:
    Nicht aktive Benutzer identifizieren, Lizenzen umverteilen oder abbestellen.

  • Pilot- und Rollout-Controlling:
    Wurde eine Pilotgruppe mit 100 Lizenzen versorgt, sollten Sie nach vier Wochen sehen: Sind eher 20 oder eher 80 davon wirklich aktiv?

  • Kosten-Nutzen-Analyse:
    Copilot-Nutzung mit Fachbereichszielen abgleichen (z. B. weniger Durchlaufzeit in Angeboten, geringere Ticketzahlen im Service Desk).


Einordnung in Microsofts Copilot-Strategie

Microsoft baut Copilot gerade zur zentrale Plattform aus – und die Landingpage im Admincenter ist die Admin-Seite dieser Geschichte:

  • Ein eigener Copilot-Menüpunkt im Admincenter bündelt Management, Insights und Szenarien.

  • Es gibt einen Copilot Dashboard in Viva Insights, der Chat-Nutzung und Adoption tenantweit auswertet – die Landingpage ist dazu der Einstieg auf Adminseite.

  • Mit Copilot für Administratoren gibt es einen eigenen Admin-Agent, der auf diese Daten und Konfigurationen zugreift – Sie können also zunehmend in natürlicher Sprache fragen, was früher drei Reports und fünf Klickpfade brauchte.

Strategisch bedeutet das:
Copilot ist kein „Add-on“, sondern wird genauso selbstverständlich wie Exchange Online oder Teams in die Verwaltungsoberflächen eingebettet. Wer hier seine Governance im Griff hat, bestimmt, ob Copilot ein kontrollierter Produktivitäts-Booster oder ein teurer Experimentierkasten wird.


Typische Use Cases für Admins

Was fangen Sie nun ganz konkret mit der neuen Landingpage an? Einige praxisnahe Szenarien:

  1. „Preflight-Check“ vor einem Rollout

    • Security-Pivot prüfen: Sind die relevanten Datenbereiche mit Labels, DLP und Richtlinien ausgestattet?

    • Prüfen, ob Self-Service-Käufe und Pay-as-you-go zur Rolloutstrategie passen.

  2. Pilotphase überwachen

    • Usage-Pivot beobachten: Steigt die Zahl der aktiven Copilot-Benutzer in der Pilotgruppe wie geplant?

    • Heavy-User identifizieren und als Power User / Champions einbinden.

  3. Skalierung in die Fläche

    • Lizenzen schrittweise erweitern und Adoption über die Usage-Daten steuern.

    • Abgleichen, ob neue Bereiche wirklich Copilot nutzen oder nur auf dem Papier lizenziert sind.

  4. Regelmäßiges „Copilot-Health-Check“ fürs Management

    • Einmal im Monat Zahlen aus der Landingpage ziehen, mit den Viva-Copilot-Dashboards kombinieren und in einem knappen Management-Report visualisieren.


Welche Kennzahlen und Prozesse sollten Unternehmen aufsetzen?

Die Landingpage liefert die Rohdaten – Sie bauen daraus Ihr Steuerungsmodell. Sinnvolle Kennzahlen können sein:

  • Copilot-Lizenzabdeckung
    Anteil der Benutzer mit Copilot-Lizenz in den priorisierten Fachbereichen.

  • Aktive Copilot-Benutzer
    Anteil der lizenzierten Benutzer, die Copilot in einem Zeitraum (z. B. 30 Tage) tatsächlich verwenden.

  • Szenario-Nutzung
    Verteilung der Nutzung nach Apps: z. B. Copilot in Word, PowerPoint, Teams, Outlook, Chat.

  • Adoption pro Einheit
    Vergleich nach Abteilung, Region oder Rolle – wo „zündet“ Copilot, wo muss nachgeschult oder besser erklärt werden?

  • Security-Reifegrad im Copilot-Kontext
    Anteil der Copilot-relevanten Datenräume mit Labels, DLP und klaren Zugriffskonzepten.

Darauf setzen Sie Prozesse wie:

  • Monatliches Copilot-Governance-Meeting
    IT, Security, Fachbereiche und ggf. Datenschutz schauen gemeinsam auf die Landingpage-Daten und leiten Maßnahmen ab.

  • Quartalsweise Bereinigung der Lizenzlandschaft
    Nicht aktive Benutzer identifizieren, Lizenzen umverteilen, pay-as-you-go-Modelle anpassen.

  • Fortlaufendes Enablement
    Bereiche mit niedriger Nutzung, aber hohem Potenzial identifizieren und gezielt mit Schulungen, Use-Case-Sammlungen und Best Practices versorgen.


Fazit: Kein Zauber, aber endlich ein vernünftiges Cockpit

Die neue Copilot-Landingpage im Microsoft-365-Admincenter wird nicht automatisch Ihre KI-Strategie retten – aber sie nimmt den Blindflug aus der Gleichung.

Statt „Wir glauben, Copilot wird schon genutzt“ sehen Sie:

  • Wer nutzt Copilot wirklich?

  • Zu welchen Bedingungen?

  • Wie gut ist der Sicherheitsrahmen?

  • Und passen Kosten, Lizenzen und Nutzen zueinander?

Damit wird Copilot vom schicken KI-Gadget zu einem regulären, steuerbaren Service in Ihrer Microsoft-365-Landschaft.

Der Rest bleibt wie immer: klare Ziele, saubere Governance, ein wenig Humor im Projektteam – und ein Admincenter, das nicht mehr als Feind, sondern als Verbündeter auf dem Weg zur produktiven KI gilt.

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