Telekom CompanyFlex mit Teams Direct Routing nutzen
SIP-Trunk behalten, TK-Anlage ablösen – was vor dem Umschalttag geklärt sein mussTelekom CompanyFlex mit Teams Direct Routing nutzen
Es gibt in deutschen Serverräumen zwei Konstanten: einen Karton mit ISDN-Ersatzteilen, den niemand wegwerfen will, und einen Telekom-Anschluss, den niemand kündigen möchte. Wenn die alte TK-Anlage abgelöst wird und Microsoft Teams die Telefonie übernehmen soll, landet deshalb sehr oft dieselbe Kombination auf dem Tisch: CompanyFlex als SIP-Trunk, Direct Routing als Weg in die Microsoft-Cloud, dazwischen ein Session Border Controller.
Die gute Nachricht zuerst: Diese Kombination funktioniert, sie ist millionenfach im Feld, und sie ist technisch unspektakulär. Die schlechte Nachricht: Sie funktioniert nur dann unspektakulär, wenn du drei Dinge vorher verstanden hast — wie CompanyFlex Rufnummern zählt, wie sich der Trunk anmeldet, und woran Microsoft die Gegenstelle erkennt. Wer diese drei Punkte erst am Umschalttag klärt, klärt sie unter Zuschauern.
Dieser Beitrag ist der Praxisteil zur Frage, wie du Teams mit einem klassischen deutschen SIP-Trunk verheiratest. Er setzt voraus, dass die Grundsatzentscheidung schon gefallen ist. Falls nicht, gehört sie zuerst geklärt.
Die Einordnung, welche Anbindungsart überhaupt zu deiner Organisation passt, steht auf der Übersichtsseite zur Teams-Telefonie; die Grundlagen zur hier verwendeten Anbindungsart findest du im Abschnitt Direct Routing derselben Seite. Und wenn du wissen willst, wie sich CompanyFlex gegen andere Anbieter schlägt, hilft der Vergleich der SIP-Trunk-Anbieter weiter.
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FAKTEN · Was gesichert ist und was nicht Die in diesem Beitrag genannten Mengengerüste und Anschaltbedingungen stammen aus den öffentlichen Unterlagen von Telekom und Microsoft, Stand September 2026. Alles, was sich erfahrungsgemäß ändert — Tarifdetails, Paketnamen, Firmwarestände, konkrete Adressen im Kundenportal — ist im Text als „prüfen“ markiert. Bau keine Architektur auf einen Screenshot aus einem Forenbeitrag von vorgestern. |
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Warum ausgerechnet diese Kombination so oft auf dem Tisch liegt
CompanyFlex ist der Nachfolger dessen, was in vielen Häusern jahrelang schlicht „der Telekom-Anschluss“ hieß. Entsprechend viele Rufnummernblöcke hängen daran, entsprechend viele Briefköpfe, Impressumsangaben und Aufkleber auf Firmenwagen. Die Nummern zu behalten ist kein Nice-to-have, sondern meist die härteste Anforderung im gesamten Projekt.
Direct Routing wiederum ist die einzige Anbindungsart, bei der du den Netzbetreiber frei wählst und behältst. Genau deshalb ist die Ehe zwischen beiden so verbreitet: Der Trunk bleibt, die Anlage geht. Was bleibt, ist die Frage, wer die Übersetzungsarbeit macht.
Was CompanyFlex leistet — und wo die Grenzen verlaufen
Ein SIP-Trunk bei CompanyFlex ist kein Anschluss mit einer Handvoll Nummern, sondern ein Bündel mit ordentlichem Mengengerüst. Bis zu 1.000 parallele Gespräche sind je Trunk möglich; im Basispaket sind zwei parallele Gespräche enthalten, alles darüber wird zugebucht. Verschlüsselung von Signalisierung und Sprache über SIP over TLS und SRTP steht zur Verfügung. Leistungsmerkmale wie CLIP no Screening, Rufweiterleitung, Sperrprofile und Rufnummernanzeige sind vorhanden, teilweise als Zusatzpaket — welche Pakete aktuell wie heißen, ist beim Anbieter zu prüfen.
Interessanter als die Obergrenzen ist die Zählweise. CompanyFlex rechnet nicht in Rufnummern, sondern in Rufnummernelementen, und davon gibt es je Trunk maximal 60. Was ein Element ist und warum das ein Planungsthema ist, klären wir gleich in einem eigenen Abschnitt — es ist der Punkt, an dem die meisten Projekte zum ersten Mal ins Stocken geraten.
Was Direct Routing dafür verlangt
Microsoft ist auf seiner Seite der Leitung erfreulich konsequent und unerfreulich unnachgiebig. Der SBC braucht einen öffentlich auflösbaren FQDN, und zwar aus einer im Tenant verifizierten Domäne — die Standarddomäne mit onmicrosoft.com wird nicht akzeptiert. Er braucht ein öffentlich vertrauenswürdiges Zertifikat, dessen Common Name oder Subject Alternative Name exakt diesem FQDN entspricht, ausgestellt von einer CA aus dem Microsoft Trusted Root Program, mit der Erweiterung für Serverauthentifizierung.
Die Signalisierung läuft über TLS auf Port 5061 gegen sip.pstnhub.microsoft.com sowie die beiden Ausweichziele sip2 und sip3. Medien kommen als SRTP über die Portbereiche 3478 bis 3481 und 49152 bis 53247 aus den Microsoft-Adressbereichen 52.112.0.0/14 und 52.120.0.0/14. Microsoft empfiehlt, je gleichzeitigem Gespräch mindestens zwei Medienports auf dem SBC einzuplanen. An Codecs unterstützt Direct Routing SILK, G.711, G.722 und G.729.
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WARNUNG · Nur zertifizierte SBC werden unterstützt Microsoft unterstützt Direct Routing ausschließlich mit zertifizierten Session Border Controllern, und die Zertifizierung gilt für konkrete Firmwarestände. Bei Störungen führt der erste Weg zum SBC-Hersteller, der bei Bedarf zu Microsoft eskaliert; ohne dessen Untersuchungsbericht kann ein Supportfall abgelehnt werden. Ein selbstgebauter SIP-Proxy aus dem Rechenzentrum deines Vertrauens ist also kein Sparmodell, sondern eine Wette gegen den nächsten Störungsfall. |
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Skizze 1: Zwei Regelwerke, ein Gerät in der Mitte — und drei Stellen, an denen es regelmäßig bricht.
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Baustein |
Wer legt die Regeln fest |
Was du selbst leisten musst |
Typischer Streitpunkt |
|---|---|---|---|
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Teams-Seite |
Microsoft |
Domäne verifizieren, Zertifikat, Sprachrouting, Lizenzen |
Zertifikatsablauf ohne Erinnerung |
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SBC |
SBC-Hersteller im Rahmen der Zertifizierung |
Betrieb, Patchstand, DMZ, Firewall, Monitoring |
Zuständigkeit zwischen Netz und Telefonie |
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Trunk |
Telekom, technisch nach 1TR119 |
Rufnummernzuordnung, Kanalzahl, Zugangsdaten |
Rufnummernbudget zu spät geprüft |
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Internetzugang |
Anbieter des Anschlusses |
Bandbreite, QoS, Verfügbarkeit |
Sprachqualität bei Lastspitzen |
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Notruf |
Regulatorik und Netzbetreiber |
Standortdaten pflegen, Prozess testen |
niemand fühlt sich zuständig |
Tabelle 1: Wer verantwortet welchen Teil der Kette — und wen du anrufst, wenn es klemmt.
Wenn an dieser Stelle die Frage aufkommt, ob Operator Connect nicht der bequemere Weg wäre: berechtigt. Die Abwägung steht im Beitrag Direct Routing oder Operator Connect. Kurzfassung: Wer den bestehenden Trunk und die volle Kontrolle über das Routing behalten will, bleibt bei Direct Routing — und bezahlt das mit Betriebsverantwortung.
Registrierungsmodus oder feste IP — die erste echte Weichenstellung
Der Trunk meldet sich an. Das ist keine Option, sondern das Modell
CompanyFlex ist als registrierender SIP-Trunk ausgelegt. Deine Anlage oder dein SBC meldet sich mit den Telefonie-Zugangsdaten aus dem Administrationsportal an und hält diese Registrierung aufrecht. Die Zugangsdaten bestehen im Kern aus einer Registrierungsrufnummer, einem Telefonie-Benutzernamen und einem Kennwort; als Ziel dient ein Outbound Proxy, der aus der CompanyFlex-ID abgeleitet wird. Die exakten Feldbezeichnungen und die konkrete Adresse stehen im Portal — und genau dort gehören sie auch abgeholt, nicht aus einem Blogbeitrag.
Das hat eine praktische Konsequenz, die viele unterschätzen: Die Registrierung ist ein Betriebszustand, kein einmaliger Vorgang. Sie kann ablaufen, sie kann scheitern, sie kann nach einem Neustart der Firewall stumm wegbleiben. Ein Trunk, dessen Registrierung gerade nicht steht, sieht in der Oberfläche exakt aus wie ein Trunk, den niemand anruft. Deshalb gehört der Registrierungsstatus in die Überwachung — mit Alarm, nicht mit Diagramm.
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TIPP · Registrierungsstatus aktiv überwachen Überwache nicht nur die Erreichbarkeit des SBC, sondern den Registrierungszustand jedes einzelnen Trunks und die Antwort auf regelmäßige OPTIONS-Anfragen. Im eigenen Betrieb läuft hier ein anynode als Software-SBC mit Direct Routing gegen easybell-Trunks; die einzige Störung, die je unbemerkt geblieben wäre, war eine stillschweigend abgelaufene Registrierung an einem Freitagabend. Seither gibt es dafür einen eigenen Alarm. |
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Am Telekom-Anschluss oder über einen fremden Internetzugang
Hier verläuft die eigentliche Weichenstellung, und sie ist wichtiger als jede Diskussion über Registrierung gegen feste IP. CompanyFlex lässt sich am eigenen Telekom-Anschluss betreiben oder über den Internetzugang eines anderen Anbieters. Beides geht, beides hat Folgen.
Am Telekom-Anschluss ist SIP über TCP auf Port 5060 vorgesehen, TLS auf 5061 ebenfalls. Über einen fremden Anschluss müssen Signalisierung und Sprache verschlüsselt laufen — TLS und SRTP sind dort keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Zusätzlich muss der DNS-Resolver des fremden Anbieters die ECS-Funktion beherrschen, weil die Namensauflösung standortabhängig erfolgt. Und die Telekom leistet für den fremden Anschluss ausdrücklich keinen Service: Fragen zum Betrieb dieses Anschlusses klärst du mit dessen Anbieter, die Qualitätssicherung der Sprache liegt bei dir. Für jedes gleichzeitige Gespräch sind dabei rund 139 kbit/s in beide Richtungen zu veranschlagen.

Skizze 2: Dieselbe Rufnummer, zwei Betriebsmodelle — und sehr unterschiedliche Zuständigkeiten im Störungsfall.
Feste IP-Adresse: kein Ersatz für die Registrierung, aber Betriebspflicht
Die Frage „Registrierung oder feste IP?“ ist bei CompanyFlex in der Praxis falsch gestellt. Die richtige Frage lautet: Registrierung — und dahinter eine feste, dokumentierte, nicht wandernde IP-Adresse? Denn sobald Direct Routing im Spiel ist, brauchst du ohnehin eine öffentliche IP-Adresse, die zu deinem SBC-FQDN aufgelöst wird. Ein SBC hinter einer wechselnden Adresse ist kein Sparmodell, sondern eine Zeitbombe mit Kalenderfunktion.
Dazu kommt ein Detail, das gern übersehen wird: Bei Telekom-Anschlüssen orientiert sich das Notrufrouting an der IP-Adresse des Anschlusses, nicht an der im Portal konfigurierten Ortsnetzkennzahl. Wer Rufnummern mehrerer Standorte über einen zentralen Trunk führt, verschiebt damit auch die Notruflogik. Das ist beherrschbar, aber es muss bewusst geschehen.
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WARNUNG · Notruf ist kein Konfigurationsdetail Bei zentraler Anschaltung mehrerer Standorte auf einen Trunk stimmt die Ortung des Notrufs nicht mehr automatisch mit dem Standort des Anrufers überein. Kläre vor der Umschaltung schriftlich, welche Adresse bei einem Notruf angezeigt wird und wie Nutzerinnen und Nutzer an Außenstandorten erfasst werden. Diese Klärung ist Projektbestandteil, kein Nachlauf. |
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Wie sich Notrufe in Teams unter deutschen Bedingungen sauber abbilden lassen, ist ein eigenes Thema — der Beitrag zu Notrufen in der Teams-Telefonie geht auf Standortermittlung und Prozess im Detail ein.
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Kriterium |
Am Telekom-Anschluss |
Über fremden Internetzugang |
|---|---|---|
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Transport |
TCP auf 5060 oder TLS auf 5061 |
TLS zwingend |
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Sprachdaten |
RTP oder SRTP |
SRTP zwingend |
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DNS |
NAPTR und SRV müssen funktionieren |
Resolver muss ECS unterstützen |
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Bandbreite je Gespräch |
vom Anschlussprofil abhängig |
rund 139 kbit/s in beide Richtungen |
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QoS |
im Netz des Anbieters vorgesehen |
liegt in deiner Verantwortung |
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Notrufortung |
orientiert sich an der Anschluss-IP |
eigenständig zu klären |
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Support |
ein Ansprechpartner |
kein Service der Telekom für den Fremdanschluss |
Tabelle 2: Anschaltszenarien im direkten Vergleich. Verbindliche Details vor der Bestellung beim Anbieter prüfen.
Rufnummernblöcke, Dekaden und die stille 60er-Grenze
Wie der Trunk wirklich zählt
Jetzt kommt der Abschnitt, den du deinem Projektleiter ausdrucken solltest. Einem SIP-Trunk lassen sich maximal 60 Rufnummernelemente zuordnen. Ein Element ist entweder eine Einzelrufnummer oder ein Durchwahlbereich, also eine Dekade eines Rufnummernblocks — und je Rufnummernblock sind maximal zehn solcher Dekaden möglich.
Im Klartext: Ein durchgehender Block von -0 bis -99 zerfällt in zehn Elemente. Zwei solcher Blöcke sind schon zwanzig. Nimm drei Standorte mit eigenen Vorwahlen, eine Handvoll Einzelrufnummern für Fax, Aufzug, Pforte und die alte Servicenummer, die aus historischen Gründen niemand abschalten darf — und du bist schneller bei 60, als der Beschaffungsprozess eine zweite Bestellung durchbekommt. Reicht das Budget nicht, kann ein zweiter SIP-Trunk eingerichtet werden, der über denselben IP-Anschluss registriert wird. Ob und in welcher Ausprägung das für deinen Vertrag gilt, gehört vorab geprüft.

Skizze 3: Der Trunk zählt Elemente, nicht Rufnummern. Zehn Dekaden je Block, sechzig Elemente je Trunk.
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Bestand |
Was daraus wird |
Elemente |
|---|---|---|
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Durchwahlblock Hauptstandort, -0 bis -99 |
zehn Dekaden |
10 |
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Durchwahlblock Zweigstelle, eigene Vorwahl, -0 bis -99 |
zehn Dekaden |
10 |
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Kleiner Block Außenstelle, -0 bis -9 |
eine Dekade |
1 |
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Faxnummern, vier Stück |
vier Einzelrufnummern |
4 |
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Aufzug, Pforte, Alarmanlage |
drei Einzelrufnummern |
3 |
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Servicenummer aus der Vergangenheit |
eine Einzelrufnummer |
1 |
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Summe |
von 60 möglichen Elementen |
29 |
Tabelle 3: Beispielrechnung für ein mittelgroßes Haus. Die Zahlen sind fiktiv, die Mechanik ist es nicht.
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WICHTIG · Rufnummerninventur vor der Bestellung, nicht danach Die Rufnummerninventur ist die einzige Projektaufgabe, die sich nicht parallelisieren lässt und die niemand gern übernimmt. Sie ist trotzdem die erste. Wer die Zuordnung erst nach der Trunk-Bestellung macht, erlebt entweder eine Nachbestellung mit eigener Vorlaufzeit oder eine kreative Umverteilung von Nummern, die drei Jahre später niemand mehr erklären kann. |
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Mehrere Vorwahlen und der zentrale Breakout
Der zentrale Breakout ist das Modell, mit dem mehrere Durchwahl- und Einzelrufnummern auf einem SIP-Trunk zusammengeführt und an einer zentralen Anlage terminiert werden. Für Teams ist das der Regelfall: Die „Anlage“ ist der Tenant, der SBC ist der einzige Übergabepunkt, und Außenstandorte hängen über den lokalen Internetzugang mit dran.
Sobald mehrere Ortsnetzkennzahlen im Spiel sind, hört die Automatik in vielen Konfigurationsassistenten allerdings auf. Assistenten sind für einen Block mit einer Vorwahl gebaut; bei zwei oder mehr Vorwahlbereichen ist Handarbeit an der Rufnummernumsetzung fällig. Das ist kein Defekt, sondern eine Eigenschaft — man sollte sie nur im Zeitplan haben. Zusätzlich ist der Nachrichtenverkehr je IP-Adresse begrenzt; bei sehr großen zentralen Aufbauten ist das ein Dimensionierungsthema und beim Anbieter zu prüfen.
E.164 auf beiden Seiten, und zwar wirklich auf beiden
Teams denkt konsequent international: Jede Rufnummer am Konto steht in E.164, also mit führendem Pluszeichen und Ländervorwahl. Der Trunk erwartet die Formate, die in der technischen Richtlinie hinterlegt sind. Zwischen beiden Welten sitzt der SBC — und genau dort gehört die Umsetzung hin. Einmal. An einer Stelle.
Der häufigste Konstruktionsfehler ist nicht die falsche Regel, sondern die vierte Regel. Sobald Normalisierung an mehreren Stellen passiert — ein bisschen im Sprachrouting, ein bisschen im SBC, ein bisschen in einer Wählplan-Normalisierung — hat niemand mehr ein vollständiges Bild. Und die Fehlersuche beginnt mit der Frage, welche der drei Wahrheiten gerade gilt.
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TIPP · Unbekannte Nummern bewusst abweisen Konfiguriere den SBC so, dass er unbekannte oder unvollständige Rufnummern ablehnt, statt sie mit einer Auffangregel irgendwie passend zu machen. Eine saubere Abweisung erzeugt einen nachvollziehbaren Eintrag im Protokoll. Eine kreative Auffangregel erzeugt ein Gespräch, das beim falschen Empfänger klingelt — und einen Ticketverlauf, der irgendwann in einem Beschwerdebrief endet. |
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Die Stolperfallen bei der SBC-Konfiguration
Identität: From, P-Asserted-Identity und der stille Ablehnungsgrund
Der mit Abstand häufigste Fehler bei ausgehenden Gesprächen hat nichts mit dem Netz zu tun, sondern mit der Frage, als wer du anrufst. Die technische Richtlinie hinter CompanyFlex sieht vor, dass die Identität aus den Feldern P-Asserted-Identity und P-Preferred-Identity in genau dieser Reihenfolge geprüft wird. Der erste Treffer, der zu einer dem Trunk zugeordneten Rufnummer passt, wird übernommen. Gibt es keinen Treffer, wird das Gespräch abgewiesen.
Das erklärt ein Fehlerbild, das im Projekt regelmäßig für Ratlosigkeit sorgt: Eingehende Gespräche funktionieren tadellos, ausgehende scheitern reproduzierbar — und zwar bei genau den Personen, deren Rufnummer aus einem Block stammt, der dem Trunk gar nicht zugeordnet wurde. Die Registrierung steht, die Leitung ist da, alles blinkt grün. Nur die Identität passt nicht.
Die Rufnummern müssen dabei in internationalem Format übermittelt werden. Und wer eine Rufnummer anzeigen will, die dem Trunk nicht gehört — etwa eine zentrale Servicenummer aus einem anderen Anschluss — braucht dafür CLIP no Screening, das als Zusatzleistung zu buchen ist. Ohne dieses Merkmal wird die fremde Nummer nicht durchgereicht, sondern ersetzt oder abgewiesen. Welche Variante dein Vertrag vorsieht, ist beim Anbieter zu prüfen.

Skizze 4: Ausgehend entscheidet die Identität, eingehend das Format. Zwei Fehlerklassen, zwei Suchrichtungen.
Transport, Verschlüsselung und Ports
Auf der Microsoft-Seite ist TLS gesetzt, auf der Telekom-Seite hängt es vom Anschluss ab. Der SBC muss also nicht nur übersetzen, sondern gegebenenfalls auch terminieren: TLS und SRTP gegen Microsoft, TCP und RTP oder eben ebenfalls TLS und SRTP gegen den Trunk. Das ist normale SBC-Arbeit, aber es ist der Grund, warum Media Bypass und ähnliche Optimierungen nicht beiläufig nebenher konfiguriert werden sollten.
Auf der Trunk-Seite sind SIP auf 5060/TCP, SIPS auf 5061/TLS sowie RTP und SRTP im UDP-Bereich 1024 bis 65535 vorgesehen, dazu DNS auf 53/UDP und NTP auf 123/UDP. Auf der Microsoft-Seite kommen die genannten Medienportbereiche hinzu. Firewallregeln, die nur die aus einer DNS-Abfrage zurückgelieferten Adressen freigeben, sind zu eng — Microsoft empfiehlt ausdrücklich, die vollständigen Adressbereiche freizugeben.
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WICHTIG · NTP ist kein Nebenschauplatz Ein SBC mit falscher Uhrzeit produziert Zertifikatsfehler, die aussehen wie Zertifikatsprobleme, aber keine sind. Zeitsynchronisation gehört zur Grundkonfiguration, nicht in die Liste der Dinge, die man später mal aufräumt. Dasselbe gilt für QoS-Markierung: vorgesehen sind CS6 für die Signalisierung und EF für die Sprachpakete. |
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DNS, NAPTR, SRV — und die ECS-Falle
Die Namensauflösung ist bei CompanyFlex kein triviales A-Record-Thema. Vorgesehen sind NAPTR- und SRV-Einträge; die Auflösung ist standortabhängig, weshalb bei fremden Internetzugängen ein Resolver mit ECS-Unterstützung verlangt wird. Ein zentraler Firmen-Resolver, der Anfragen ohne Client-Subnetzinformation weiterreicht, kann dazu führen, dass der SBC an einen weit entfernten Einstiegspunkt verwiesen wird. Das Ergebnis ist keine Störung, sondern etwas Unangenehmeres: Gespräche, die funktionieren, aber schlechter klingen als sie müssten.
Für die Fehlersuche heißt das: Löse die Trunk-Adresse einmal vom SBC aus auf, nicht vom Notebook des Administrators. Und protokolliere das Ergebnis, damit du in sechs Monaten vergleichen kannst.
Fax, Aufzug und die Dinge, die niemand testet
Teams telefoniert hervorragend und faxt gar nicht. Fax, Aufzugsnotruf, Alarmanlage, Türsprechstelle und die Frankiermaschine hängen deshalb nicht am Tenant, sondern bleiben auf der Trunk-Seite oder wandern an einen Analog-Adapter hinter dem SBC. Diese Geräte haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie melden sich nie, wenn sie nicht funktionieren. Sie melden sich erst, wenn sie gebraucht werden.
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Symptom |
Wahrscheinliche Ursache |
Erster Blick |
|---|---|---|
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Eingehend geht, ausgehend nicht |
übermittelte Identität passt zu keiner Rufnummer des Trunks |
From, PAI und PPI im Protokoll des SBC |
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Nur einzelne Personen können nicht hinaus |
deren Rufnummernblock ist dem Trunk nicht zugeordnet |
Rufnummernelemente im Portal |
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Ausgehend geht, eingehend landet nirgends |
Zielrufnummer nicht sauber auf E.164 normalisiert |
Umsetzungsregeln auf der Trunk-Seite |
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Teams nimmt das Gespräch nicht an |
Nummer am Konto weicht vom gelieferten Format ab |
Rufnummer am Benutzerkonto |
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Trunk ohne Vorwarnung offline |
Registrierung abgelaufen oder Firewall-Zustand verloren |
Registrierungsstatus und OPTIONS |
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Verbindung zu Microsoft bricht ab |
Zertifikat abgelaufen, Kette unvollständig oder falscher FQDN |
Zertifikatskette auf dem SBC |
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Sprache einseitig oder abgehackt |
Medienports zu eng, NAT falsch, Adressbereiche unvollständig |
Firewall und Portbereiche |
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Gespräche klingen schlechter als erwartet |
ungünstiger Einstiegspunkt durch Namensauflösung |
DNS-Auflösung vom SBC aus |
Tabelle 4: Fehlerbilder, die in fast jedem CompanyFlex-Direct-Routing-Projekt einmal auftreten — und wo du zuerst suchst.
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WARNUNG · Der Test, den fast alle auslassen Ausgehende Gespräche mit unterdrückter Rufnummer, Rückrufe auf eine Sammelnummer, Weiterleitungen nach extern und der Notruf aus einer Außenstelle. Vier Fälle, die im Testfeld gern übersprungen werden, weil sie umständlich sind — und die nach der Umschaltung zuverlässig zu den ersten drei Tickets führen. Plane sie ein, mit Namen und Uhrzeit. |
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Der Fahrplan bis zum ersten sauberen Gespräch
Die Reihenfolge ist unspektakulär, aber sie ist nicht beliebig. Wer den SBC vor der Rufnummerninventur aufsetzt, baut ihn zweimal. Wer die Portierung vor dem Testfeld ansetzt, testet im Produktivbetrieb — mit einem Publikum, das gerade telefonieren wollte.

Skizze 5: Sechs Stationen von der Bestandsaufnahme bis zur Umschaltung.
Bestand aufnehmen: alle Rufnummernblöcke, Vorwahlen, Einzelrufnummern, Sonderdienste, Faxgeräte und Notrufeinrichtungen erfassen — vollständig, nicht ungefähr.
Trunk anlegen und Rufnummernelemente zuordnen, Kanalzahl festlegen, Zugangsdaten aus dem Administrationsportal holen und sicher ablegen.
SBC aufsetzen: FQDN aus einer verifizierten Domäne, öffentliches Zertifikat, DMZ-Platzierung, Firewallregeln für Signalisierung und Medien, Zeitsynchronisation.
Beide Seiten paaren: Registrierung zum Trunk aufbauen, SBC im Tenant bekannt machen, Sprachrouting und Wählpläne anlegen.
Testfeld fahren: kleine Gruppe aus verschiedenen Abteilungen, echte Gespräche, Notruf und Fax bewusst prüfen, Protokolle mitschneiden und aufbewahren.
Umschalten: Portierung terminieren, Rückfallebene bereithalten, Altanlage erst abbauen, wenn zwei volle Arbeitswochen ohne Auffälligkeiten vergangen sind.
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Frage |
Warum sie zählt |
Status |
|---|---|---|
|
Wie viele Rufnummernelemente brauchen wir? |
60 je Trunk sind die Grenze, Nachbestellung kostet Zeit |
zu klären |
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Wie viele parallele Gespräche in der Spitze? |
bestimmt Kanalzahl, Bandbreite und Medienports |
zu klären |
|
Telekom-Anschluss oder Fremdanschluss? |
entscheidet über TLS-Pflicht, DNS-Anforderung und Support |
zu klären |
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Welche Rufnummer soll ausgehend erscheinen? |
fremde Nummern brauchen CLIP no Screening |
zu klären |
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Welche Domäne trägt den SBC-FQDN? |
muss im Tenant verifiziert sein, onmicrosoft.com scheidet aus |
zu klären |
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Wer erneuert das Zertifikat, und wann? |
abgelaufene Zertifikate legen die Telefonie still |
zu klären |
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Wie wird der Notruf pro Standort abgebildet? |
Ortung folgt nicht automatisch der Ortsnetzkennzahl |
zu klären |
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Was passiert mit Fax und Sonderendgeräten? |
Teams übernimmt sie nicht |
zu klären |
Tabelle 5: Prüfliste vor der Bestellung. Jede Zeile, die offen bleibt, wird später zu einem Termin.
Wenn diese Liste nach mehr Arbeit aussieht, als das Projekt eingeplant hat: Das ist eine realistische Einschätzung, keine Schwarzmalerei. Wir begleiten solche Ablösungen regelmäßig von der Inventur bis zur Portierung — die Beratung zur Teams-Telefonie beschreibt, wie ein solches Vorgehen aussieht.
Fazit
CompanyFlex mit Teams Direct Routing ist keine exotische Konstruktion, sondern der Normalfall in deutschen Unternehmen, die ihre Rufnummern behalten und ihre TK-Anlage loswerden wollen. Die Technik ist erprobt, die Wege sind dokumentiert, die Fehlerbilder sind bekannt. Was Projekte teuer macht, ist selten die Technik — es sind die drei Fragen, die niemand rechtzeitig gestellt hat.
Erstens: Passen unsere Rufnummern überhaupt in das Elementebudget eines Trunks? Zweitens: Betreiben wir den Trunk am Telekom-Anschluss oder darüber hinweg, und wer trägt dann die Verantwortung für Sprachqualität und Namensauflösung? Drittens: Welche Identität übermitteln wir ausgehend, und ist sie dem Trunk tatsächlich zugeordnet? Wer diese drei Fragen vor der Bestellung beantwortet, hat den Rest des Projekts im Griff.
Und die vierte Frage, die im Grunde die wichtigste ist: Wer merkt es, wenn die Registrierung wegbricht? Wenn die Antwort „der Vertrieb“ lautet, fehlt noch ein Alarm.
Alle weiteren Bausteine der Teams-Telefonie — Anbindungsarten, Lizenzen, Migration, Betrieb — findest du gebündelt auf der Übersichtsseite zur Teams-Telefonie. Wer die Ablösung konkret plant, findet unter Teams-Telefonie-Beratung den passenden Einstieg — inklusive einer ehrlichen Einschätzung, ob Direct Routing für deinen Fall überhaupt der richtige Weg ist.
Häufige Fragen
Brauche ich zwingend einen Telekom-Internetanschluss für CompanyFlex?
Nein. CompanyFlex lässt sich auch über den Internetzugang eines anderen Anbieters betreiben. Dann sind allerdings verschlüsselte Signalisierung und verschlüsselte Sprache vorgesehen, der DNS-Resolver muss ECS unterstützen, die Qualitätssicherung liegt bei dir, und die Telekom leistet für den fremden Anschluss keinen Service. Rechne pro gleichzeitigem Gespräch mit etwa 139 kbit/s in beide Richtungen.
Registriert sich der Trunk, oder arbeitet CompanyFlex mit fester IP-Adresse?
CompanyFlex ist als registrierender Trunk ausgelegt: Der SBC meldet sich mit den Telefonie-Zugangsdaten an und hält die Registrierung. Eine feste öffentliche IP-Adresse brauchst du trotzdem — nicht für den Trunk, sondern für Direct Routing, weil der SBC-FQDN öffentlich auflösbar sein muss. Ob dein Vertrag darüber hinaus andere Betriebsmodelle vorsieht, ist beim Anbieter zu prüfen.
Wie viele Rufnummern kann ich auf einen SIP-Trunk legen?
Der Trunk zählt keine Rufnummern, sondern Rufnummernelemente: maximal 60 je Trunk. Ein Element ist eine Einzelrufnummer oder ein Durchwahlbereich, wobei ein Rufnummernblock in maximal zehn solcher Bereiche zerfällt. Ein Block von -0 bis -99 verbraucht also zehn Elemente. Reicht das Budget nicht, kann ein zweiter Trunk über denselben Anschluss eingerichtet werden.
Warum funktionieren eingehende Gespräche, ausgehende aber nicht?
Das ist das klassische Identitätsproblem. Ausgehend wird geprüft, ob die übermittelte Absenderidentität zu einer dem Trunk zugeordneten Rufnummer passt — zuerst in P-Asserted-Identity, dann in P-Preferred-Identity. Passt nichts, wird abgewiesen. Prüfe die Rufnummernzuordnung im Portal und die Header, die dein SBC tatsächlich sendet, nicht die, die in der Konfiguration stehen sollten.
Kann ich eine fremde Rufnummer als Absender anzeigen lassen?
Nur mit CLIP no Screening, das als Zusatzleistung gebucht wird. Ohne dieses Merkmal akzeptiert der Trunk als Absender ausschließlich Rufnummern, die ihm zugeordnet sind. Beachte außerdem: Je nach Verhalten der vorgelagerten Anlage lässt sich CLIP no Screening praktisch oft nur einer Standardnummer zuweisen. Die konkrete Ausprägung ist beim Anbieter zu prüfen.
Welchen SBC soll ich einsetzen?
Einen von Microsoft für Direct Routing zertifizierten — Hardware oder Software, das ist eine Frage von Menge, Standorten und Betriebsmodell. Wichtig ist der Firmwarestand: Die Zertifizierung gilt für konkrete Versionen. Im eigenen Haus läuft ein anynode als Software-SBC mit Direct Routing gegen easybell-Trunks; die Mechanik ist dieselbe, unabhängig vom Anbieter auf der Trunk-Seite.
Was passiert mit Fax, Aufzugsnotruf und Türsprechstelle?
Die bleiben, wo sie sind, oder wandern an einen Analog-Adapter hinter dem SBC. Teams übernimmt diese Geräte nicht. Erfasse sie in der Inventur mit Rufnummer, Standort und Verantwortlichkeit — sie sind der häufigste Grund dafür, dass eine Altanlage nach der Umschaltung noch monatelang mitläuft.
Wie lange dauert so eine Umstellung?
Das hängt weniger an der Technik als an Bestellvorlauf, Portierungsterminen und der Frage, wie vollständig die Rufnummerninventur ist. Die technische Inbetriebnahme von SBC und Pairing ist in überschaubarer Zeit machbar; Portierung und Testfeld bestimmen den Zeitplan. Plane das Testfeld nicht als Puffer ein — es ist der Teil, der die Umschaltung ruhig macht.
Kann ich CompanyFlex und eine andere Anbindungsart parallel betreiben?
Ja. Direct Routing lässt sich im selben Tenant mit Calling Plan, Operator Connect und Teams Phone Mobile kombinieren. Ein verbreitetes Muster ist: Direct Routing für Standorte mit bestehendem Trunk und für Sonderfälle, eine der verwalteten Varianten für den Rest. Direct Routing wird allerdings nicht im Islands-Modus unterstützt.
Quellen
Telekom, CompanyFlex Hilfeportal — Leistungsmerkmale: https://hilfe.companyflex.de/de/grundlagen/leistungsmerkmale
Telekom, CompanyFlex Hilfeportal — Systemvoraussetzungen: https://hilfe.companyflex.de/de/grundlagen/systemvoraussetzungen
Telekom, CompanyFlex Hilfeportal — Einrichtung SIP-Trunk: https://hilfe.companyflex.de/de/einrichtung/einrichtung-sip-trunk
Telekom, CompanyFlex Hilfeportal — Zentraler Breakout: https://hilfe.companyflex.de/de/einrichtung/anschalteszenarien/zentraler-breakout
Telekom, CompanyFlex Hilfeportal — Nutzung eines IP-Anschlusses eines anderen Anbieters: https://hilfe.companyflex.de/de/einrichtung/anschalteszenarien/nutzung-eines-ip-anschlusses-eines-anderen-anbieters-am-companyflex
Telekom, CompanyFlex SIP-Trunk — Durchwahlnummern und Einzelrufnummern (PDF): https://hilfe.companyflex.de/de/endgeraete/mgw-durch-und-einzel.pdf
Telekom Geschäftskunden, CompanyFlex SIP-Trunk — Technische Unterlage: https://geschaeftskunden.telekom.de/internet-dsl/tarife/companyflex/sip-trunk/sip-trunk-technische-unterlage
Microsoft Learn, Plan Direct Routing: https://learn.microsoft.com/de-de/microsoftteams/direct-routing-plan
Microsoft Learn, Configure Direct Routing: https://learn.microsoft.com/de-de/microsoftteams/direct-routing-configure
Microsoft Learn, Session Border Controllers certified for Direct Routing: https://learn.microsoft.com/de-de/microsoftteams/direct-routing-border-controllers
Ribbon Communications, SBC Interop with Deutsche Telekom CompanyFlex SIP Trunks: https://publicdoc.rbbn.com/display/IOT/Ribbon+SBC+Edge+1K+R8.0+Interop+with+Deutsche+Telekom+CompanyFlex+SIP+Trunks+:+Interoperability+Guide
Dieses Consulting-Dokument steht als PDF zum Download bereit: https://www.boddenberg.de/ArtikelPdf/der-karton-mit-den.pdf — © Ulrich B. Boddenberg · boddenberg.de
