Microsoft 365 in der öffentlichen Verwaltung
Verwaltungsperspektive auf Microsoft 365 – von der Beschlussvorlage bis zur Delos CloudMicrosoft 365 in der öffentlichen Verwaltung
Kommunen, Kreise, Landesbehörden, Zweckverbände, Kirchen und Sozialträger arbeiten längst mit Microsoft 365 – oder stehen kurz davor. Die Technik ist dabei selten das Problem. Das Problem sind die Fragen, die kein Systemhaus gern beantwortet: Was darf in die Cloud, was nicht? Wie kommt der Aktenplan nach SharePoint? Was sagt der Personalrat zu Copilot? Wie schreibe ich eine Leistungsbeschreibung, mit der die Vergabestelle arbeiten kann? Und was passiert eigentlich mit der Delos Cloud?
Dieser Kompetenzbereich bündelt meine Arbeit für öffentliche Auftraggeber: Konzeption, Überprüfung, Störungsbeseitigung und Wissensvermittlung rund um Microsoft 365 – mit dem Vokabular, den Fristen und den Gremien der Verwaltung. Er ist bewusst kein weiterer Technik-Pillar, sondern die Verwaltungsperspektive auf die Technologie-Kompetenzbereiche von boddenberg.de: SharePoint, Purview, Copilot, Teams-Telefonie, Entra ID und Microsoft 365 Security.

Skizze 1: Der Kompetenzbereich Verwaltung liegt quer über den Technologie-Kompetenzbereichen und verlinkt in deren Tiefe.
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FAKTENKASTEN Für wen dieser Bereich geschrieben ist Stadt-, Kreis- und Gemeindeverwaltungen mit eigener IT oder kommunalem Rechenzentrum im Rücken. Landesbehörden, Landschaftsverbände, Zweckverbände und Eigenbetriebe, die Microsoft 365 einführen oder auf solide Füße stellen wollen. Kirchen, Diakonie, Caritas und Sozialwirtschaft mit eigenen Datenschutzgesetzen (DSG-EKD, KDG) und kommunalähnlichen Strukturen. Krankenhäuser und Versorger in öffentlicher Trägerschaft, soweit es um Büro-IT, Zusammenarbeit und Telefonie geht. |
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Warum Microsoft 365 in der Verwaltung anders tickt
Ein mittelständisches Unternehmen führt Microsoft 365 ein, weil die Geschäftsführung es will. Eine Verwaltung führt es ein, weil ein Beschluss vorliegt, ein Haushaltsansatz existiert, der Personalrat beteiligt wurde, der Datenschutzbeauftragte seine Stellungnahme abgegeben hat, die Vergabe rechtssicher war und der Zeitplan mit dem Ende des alten Wartungsvertrags zusammenpasst. Das ist kein Nachteil – es ist ein anderer Takt. Wer ihn kennt, kommt schneller ans Ziel als jemand, der ihn ignoriert und bei jeder Sitzung eine Runde verliert.
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Thema |
Unternehmen |
Öffentliche Verwaltung |
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Entscheidung |
Geschäftsführung, oft in einer Sitzung |
Beschlussvorlage, Ausschuss, Rat oder Verbandsversammlung; Haushaltsjahr als Takt |
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Beschaffung |
Angebot einholen, verhandeln, bestellen |
Vergaberecht (UVgO/VgV), Leistungsbeschreibung, Wertgrenzen, Rahmenverträge der Beschaffungsstellen |
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Mitbestimmung |
Betriebsrat, Betriebsvereinbarung |
Personalrat nach Landespersonalvertretungsgesetz, Dienstvereinbarung – bei Copilot besonders sensibel |
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Datenschutz |
DSGVO, Auftragsverarbeitung |
DSGVO plus Landesdatenschutzgesetz, Sozialdaten (SGB X), Melderecht, Steuergeheimnis, Kirchenrecht |
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Dokumente |
Ablage nach Gusto, Compliance nach Branche |
Aktenordnung, Aufbewahrungsfristen, Aussonderung, Anbietungspflicht gegenüber dem Archiv, Fachverfahren |
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Sicherheit |
Eigene Risikoabwägung |
BSI IT-Grundschutz, Schutzbedarfsfeststellung, Vorgaben des Landes oder des kommunalen Rechenzentrums |
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Barrierefreiheit |
Freiwillig, zunehmend gefordert |
Pflicht nach BITV 2.0 und Landesrecht – betrifft auch interne Portale und Vorlagen |
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Souveränität |
Standortfrage, Kundendruck |
Politische Frage mit Bundes- und Landesvorgaben, Cloud-Strategie der Verwaltung, Delos-Debatte |
Die gute Nachricht: Microsoft 365 hat für fast jede dieser Anforderungen ein Werkzeug. Die schlechte: Keines davon ist ab Werk richtig eingestellt, und die Dokumentation ist für Konzerne in Redmond geschrieben, nicht für die Kreisverwaltung in Westfalen.
Souveränität, Delos Cloud und die Wirklichkeit in den Rathäusern
Kaum ein Thema erzeugt in Verwaltungen so viel Unruhe wie die Frage nach der „richtigen“ Cloud. Die Delos Cloud – eine von SAP-Tochter Delos Cloud GmbH und Arvato Systems betriebene Plattform auf Microsoft-Technologie – soll dem Bund den Weiterbetrieb von Microsoft-Produkten unter Souveränitätsauflagen ermöglichen, weil Microsoft seine On-Premises-Produkte perspektivisch nur noch als Cloud-Dienst weiterentwickelt. Für Bundesbehörden ist das eine echte Weichenstellung. Für die meisten Kommunen ist es zunächst einmal Hintergrundrauschen.

Skizze 2: Vier Betriebsoptionen zwischen Kontrolle und Funktionsumfang – und wo sich Kommunen heute tatsächlich bewegen.
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FAKTENKASTEN Delos Cloud – der Stand, nüchtern zusammengefasst Zielgruppe: primär Bundesverwaltung, perspektivisch Länder und Kommunen. Der IT-Planungsrat hat 2024 eine schnelle Vertragsbindung der Länder abgelehnt; die Prüfung des Angebots läuft auf Bundesebene weiter. Portfolio: ein Kern-Office-365 (Exchange, SharePoint, Teams, Office-Apps) – ohne Teams-Telefonie-Anbindung an das öffentliche Netz und ohne den vollen Copilot-Umfang. Erste Pilotprojekte laufen seit 2026. Preis und Verfügbarkeit: Landesparlamente haben noch 2025 fehlende verbindliche Preise und Termine bemängelt; kolportiert wird ein Aufschlag gegenüber der Standard-Cloud. Souveränität: Delos selbst räumt ein, dass ein Betrieb ohne Microsoft nur befristet möglich wäre. Souveränität ist hier ein Betriebsmodell unter deutschem Recht, kein technologischer Ausstieg. |
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Was heißt das für eine Stadt mit 800 Arbeitsplätzen? Sie wird in den nächsten Jahren nicht auf Delos warten können, weil ihre Telefonanlage, ihr Exchange 2016 und ihr Fileserver das Warten nicht überleben. Die realistische Frage lautet deshalb nicht „Delos oder nicht“, sondern: Wie betreibe ich den Standard-Tenant in der EU Data Boundary so, dass Datenschutzbeauftragter, Personalrat und Rechnungsprüfungsamt zufrieden sind – und wie halte ich mir den Weg offen, später einzelne Dienste zu verlagern?
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ACHTUNG Warten ist auch eine Entscheidung – meist die teurere Ich sehe regelmäßig Verwaltungen, die seit drei Jahren „auf Klarheit“ warten und in der Zwischenzeit Exchange ohne Support, Teams im Wildwuchs und Telefonie aus dem letzten Jahrtausend betreiben. Das ist keine Vorsicht, das ist ein unbeaufsichtigtes Risiko. Eine dokumentierte Entscheidung für den Standard-Tenant mit klaren Schutzbedarfsgrenzen ist rechtlich und praktisch belastbarer als ein Provisorium ohne Beschluss. |
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Dokumente und Akten: Schriftgutverwaltung mit Microsoft 365
Wenn Newsletter schreiben, die öffentliche Hand habe „KI-Bedarf beim Umgang mit Dokumenten“, dann steckt dahinter ein sehr altes Thema in neuer Verpackung: Schriftgut. Anträge kommen als PDF per Mail, Bescheide entstehen in Word, Protokolle liegen in Teams, und irgendwo gibt es einen Aktenplan, den die Registratur pflegt und die IT nie gesehen hat. Microsoft 365 kann hier viel – aber nur, wenn man die Verwaltungslogik hineinträgt, statt die Ablagegewohnheiten eines Vertriebsteams zu kopieren.

Skizze 3: Der Schriftgut-Lebenszyklus und die jeweils zuständigen Bausteine in Microsoft 365 – samt der Grenze zur E-Akte nach Landesrecht.
Was SharePoint und Purview leisten können
- Inhaltstypen und Metadaten bilden Vorgangsarten und Aktenzeichen ab – wer das sauber modelliert, bekommt eine Ablage, die auch nach dem Wechsel der Sachbearbeitung noch verständlich ist.
- Aufbewahrungsbezeichnungen (Purview Records Management) übersetzen den Aktenplan in maschinenlesbare Regeln: Frist ab Vorgangsabschluss, Unveränderbarkeit, gestaffelte Aussonderung.
- Dispositionsprüfung gibt der Registratur das letzte Wort vor der Vernichtung und erzeugt den Nachweis, den das Rechnungsprüfungsamt sehen will.
- Sensitivitätsbezeichnungen und DLP schützen Sozialdaten, Personalunterlagen und Vergabeakten – auch vor der eigenen Neugier von Copilot.
- Dokumenten-KI (Syntex, Content AI) klassifiziert Posteingänge und extrahiert Metadaten aus Anträgen – das ist der sinnvolle, unspektakuläre Teil von „KI beim Umgang mit Dokumenten“.
Wo die Grenze liegt
Microsoft 365 ist keine E-Akte im Sinne der Landes-E-Government-Gesetze, kein Fachverfahren und keine archivgesetzliche Übergabeschnittstelle. Es kann die Dokumentenarbeit *um* die Fachverfahren herum ordnen, kann Vorgänge nachweisbar aufbewahren und aussondern – und es kann die Vorstufe zu einer E-Akte sein, wenn Metadaten und Aktenzeichen von Anfang an mitgeführt werden. Wer Ihnen SharePoint als E-Akte-Ersatz verkauft, hat die Registratur nie besucht.
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AUS DER PRAXIS Wenn die Aufbewahrungsrichtlinie einfach aufhört zu arbeiten Eine Stadtverwaltung betreibt SharePoint on-premises im Sozialbereich. Eine Informationsverwaltungsrichtlinie löscht Dokumente einer Bibliothek nach kurzer Frist automatisch – jahrelang zuverlässig. Dann hört sie auf. Die Richtlinie am Inhaltstyp ist intakt, aber neue Elemente werden nicht mehr mit der Richtlinien-ID gestempelt. Niemand hat etwas geändert, sagt jeder. Solche Fälle sind typisch für Verwaltungsumgebungen: Die Konfiguration ist korrekt, das Zusammenspiel aus Timer-Jobs, Inhaltstyp-Vererbung und Updates ist es nicht mehr. Die Analyse braucht Logs, Geduld und jemanden, der weiß, in welcher Reihenfolge SharePoint solche Dinge intern abarbeitet. Genau dafür bin ich da – und genau deshalb steht Störungsbeseitigung in laufenden Umgebungen ausdrücklich auf der Beratungsseite. |
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KI in der Verwaltung: Copilot, Oversharing und der Personalrat
Microsoft 365 Copilot ist in Verwaltungen gleichzeitig das meistgewünschte und das meistgefürchtete Werkzeug. Gewünscht von Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern, die Sitzungsprotokolle, Vorlagen und Bescheidentwürfe schneller erledigen wollen. Gefürchtet von Datenschutzbeauftragten und Personalräten, die zu Recht fragen, was das Ding eigentlich sieht. Die Antwort ist unbequem: Copilot sieht alles, was die angemeldete Person sehen darf – und in den meisten Verwaltungen ist das deutlich mehr, als irgendjemand ahnt.
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FAKTENKASTEN Die drei Fragen, die vor jeder Copilot-Freigabe beantwortet sein müssen 1. Was ist überfreigegeben? Personalakten in einer Teams-Gruppe „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, Vergabeakten mit „Jeder außer externen Benutzern“, Sozialdaten in einer alten SharePoint-Site aus 2017 – das sind keine Ausnahmen, das ist der Normalfall. 2. Welche Rechtsgrundlage und welche Datenschutz-Folgenabschätzung? Copilot verarbeitet personenbezogene Daten in neuer Weise; eine DSFA ist in der Regel nötig, und der Datenschutzbeauftragte will sie vor dem Pilot sehen, nicht danach. 3. Was steht in der Dienstvereinbarung? Leistungs- und Verhaltenskontrolle, Zweckbindung, Auswertungsverbote, Pilotumfang, Evaluationskriterien. Ohne Dienstvereinbarung gibt es in den meisten Bundesländern keinen rechtssicheren Betrieb. |
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Mein Ansatz ist deshalb konsequent zweistufig: erst prüfen, dann freigeben. Die Copilot- und Oversharing-Überprüfung (Diagnostiker-Edition, Festpreis) zeigt read-only und ohne Eingriff, welche Inhalte heute für zu viele Personen sichtbar sind, welche Labels fehlen und wo Copilot buchstäblich in die Personalakte greifen könnte. Das Ergebnis ist ein Befunddokument, das Datenschutzbeauftragter und Personalrat lesen können – und das die Grundlage für Dienstvereinbarung und Pilotplanung bildet.
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TIPP Der Personalrat gehört in den Workshop, nicht in die Anhörung danach Verwaltungen, die den Personalrat von Anfang an am Tisch haben, sind bei Copilot-Einführungen erfahrungsgemäß Monate schneller. Nicht weil der Personalrat plötzlich alles durchwinkt, sondern weil Bedenken früh in Kriterien übersetzt werden, statt später als Veto zu erscheinen. In meinen Konzeptworkshops ist der Personalrat deshalb ausdrücklich eingeladen. |
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Identität und Zugang: ADFS, Entra ID und die Fachverfahren
Viele Verwaltungen betreiben noch ADFS – oft, weil ein Fachverfahren vor Jahren SAML verlangt hat und die Farm seither läuft. ADFS ist nicht abgekündigt, bekommt aber kaum noch Innovationen, und Fachkräfte, die eine ADFS-Farm im Störungsfall wirklich verstehen, werden knapp. Entra ID ist der Weg nach vorn – aber der Umstieg berührt jedes Fachverfahren, jede SaaS-Anbindung und die Frage, welche Lizenzstufe für Conditional Access und sauberes Zugriffsmanagement tatsächlich nötig ist.
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AUS DER PRAXIS Ein Landschaftsverband entscheidet zwischen ADFS und Entra ID In einem Tagesworkshop mit dem Architekturteam eines großen Landschaftsverbands ging es um genau diese Frage: sichere Authentifizierung gegenüber wachsenden SaaS-Angeboten – ADFS weiterentwickeln oder auf Entra ID setzen? Ergebnis: Empfehlung Entra ID mit klarer Lizenzargumentation (P1 als Mindestmaß für gemanagten Zugang), Migrationspfad je Anwendungstyp und ein Ergebnisdokument mit rund zwanzig FAQ-Themen für die interne Kommunikation. Bemerkenswert war weniger die Technik als die Frage, wie man eine solche Entscheidung so dokumentiert, dass sie drei Jahre später noch nachvollziehbar ist – auch wenn die beteiligten Personen längst andere Aufgaben haben. |
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Teams und Telefonie: vom Rathaus bis zum Bauhof
Microsoft Teams ist in Verwaltungen oft schneller da als das Konzept dazu. Jedes Amt legt eigene Teams an, Gäste aus Ingenieurbüros landen in Kanälen mit Personalunterlagen, und niemand weiß, welches der 240 Teams noch lebt. Ein Teams-Einführungskonzept klärt Informationsarchitektur (Teams je Amt? je Vorgangsart? je Projekt?), Berechtigungen, externe Zusammenarbeit, Lebenszyklus und die Abgrenzung zur Aktenablage – bevor der Wildwuchs zur Altlast wird.
Die Telefonie ist der zweite Klassiker: Der Wartungsvertrag der Alcatel-, Unify- oder Avaya-Anlage endet, und Microsoft Teams Phone steht auf der Liste. Für Verwaltungen kommen eigene Fragen hinzu: Notruf aus dutzenden Liegenschaften, Fax-Pflichten in einzelnen Ämtern, Sammelanschlüsse der Bürgerbüros, Standesamt und Bereitschaftsdienste, die Anbindung über Landes- oder Kommunalnetze – und eine Vergabeunterlage, die ein Bieter versteht und eine Vergabestelle prüfen kann.
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AUS DER PRAXIS Grobkonzept für eine Stadtverwaltung mit rund 1.000 Rufnummern Ausgangslage: eine Alcatel-Lucent OmniPCX Enterprise, Wartungsvertrag mit festem Enddatum, ein bereits geschlossener Carrier-Vertrag ohne Operator-Connect-Option. In 3,5 Beratertagen entstand ein abgestimmtes Grobkonzept: Direct Routing mit SBC in Azure hinter einer Firewall der Stadt, Pilotamt, Koexistenz mit der Altanlage über einen vorhandenen Gateway, Kostenbetrachtung über fünf Jahre – plus eine dreiteilige Vergabeunterlage (Hardware, Lizenzen, Dienstleistungen), die die Vergabestelle direkt weiterverwenden konnte. Und weil ich selbst einen SBC mit Direct Routing zu Teams betreibe, beschreibe ich nichts, was ich nicht auch täglich benutze. |
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Drei Konzeptpakete – in der Verwaltungsedition
Aus vielen Projekten hat sich eine Methodik herausgeschält, die ich inzwischen für alle drei großen Einführungsthemen anwende: ein Tag Workshop mit den Entscheidern, drei Tage Konzeptarbeit auf meiner Seite, ein halber Tag Ergebnispräsentation. Bei der Telefonie reichen zwei Konzepttage. Das Format ist festpreistauglich, kalendertauglich und – wichtig für Verwaltungen – gremientauglich: Das Konzept ist so geschrieben, dass es als Anlage zur Beschlussvorlage dienen kann.

Skizze 4: Die Konzeptionsphase im Verwaltungstakt – am Ende steht nicht nur ein Konzept, sondern eine gremienfähige Vorlage.
Die drei Pakete gibt es jeweils in einer allgemeinen Fassung (siehe die Kompetenzbereiche Teams-Telefonie und Microsoft 365) und in der hier beschriebenen Verwaltungsedition. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern im Zuschnitt:
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Paket |
Umfang |
Was die Verwaltungsedition zusätzlich leistet |
Festpreis |
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Microsoft-365-Einführungskonzept |
4,5 Tage (1 + 3 + 0,5) |
Schutzbedarfsabgleich nach IT-Grundschutz, Sozialdaten und Steuergeheimnis im Berechtigungskonzept, Personalratsfahrplan, haushaltsfähige Kostenaufstellung, Einordnung Delos/Standard-Tenant |
6.750 € zzgl. USt. |
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Teams-Einführungskonzept |
4,5 Tage (1 + 3 + 0,5) |
Informationsarchitektur entlang Ämter und Vorgangsarten, Gastzugang für Planungsbüros und Träger, Abgrenzung zur Aktenführung, Dienstvereinbarungs-Bausteine |
6.750 € zzgl. USt. |
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Grobkonzept Teams-Telefonie |
3,5 Tage (1 + 2 + 0,5) |
Notrufkonzept je Liegenschaft, Fax und Sonderanschlüsse, Anbindung an Landes-/Kommunalnetze, dreiteilige Vergabeunterlage (Hardware, Lizenzen, Dienstleistungen) |
5.250 € zzgl. USt. |
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FAKTENKASTEN Transparent kalkuliert Alle Festpreise ergeben sich aus dem Tagessatz von 1.500 € zzgl. USt. multipliziert mit dem festen Tagesumfang – plus gegebenenfalls Reisekosten, falls Sie den Workshop vor Ort wünschen. Keine Nachträge, keine Überraschungen, und die Pakete liegen in der Regel unterhalb der Wertgrenzen, die viele Länder für vereinfachte Vergaben vorsehen. Prüfen Sie das bitte mit Ihrer Vergabestelle – die Landesregeln unterscheiden sich. |
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Sonderfall Kirche und Sozialwirtschaft
Diakonie, Caritas, Landeskirchen und Bistümer haben eigene Datenschutzgesetze (DSG-EKD, KDG), eigene Aufsichten und häufig eine Mischung aus Verwaltungsstruktur und Non-Profit-Kultur. Microsoft 365 ist dort weit verbreitet – und die Fragen sind dieselben wie in Kommunen, nur mit anderen Paragraphen: Auftragsverarbeitung nach Kirchenrecht, Mitarbeitervertretung statt Personalrat, Klientendaten mit besonderem Schutzbedarf. Ich arbeite seit Jahren mit Trägern aus diesem Umfeld, unter anderem zu KI, Security & Compliance, Teams und SharePoint-Governance.
Beratung, Schulung und Wissen
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WEITER Beratung für Verwaltungen Konzeptpakete zum Festpreis, Diagnostiker-Überprüfungen, Störungsbeseitigung und Umsetzungsbegleitung – alles in Verwaltungssprache. |
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WEITER Individualworkshops für Verwaltungen Vom Entscheider-Kompaktworkshop bis zur Notfallübung für Ihre Administratoren – zugeschnitten auf Ihre Ämter, Ihre Umgebung, Ihre Fragen. |
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Häufige Fragen
Dürfen wir als Kommune Microsoft 365 überhaupt nutzen?
Es gibt kein Verbot. Es gibt Vorgaben – aus Datenschutzrecht, IT-Grundschutz und ggf. Landesstrategien –, die eine dokumentierte Risikobewertung, eine Datenschutz-Folgenabschätzung und passende Konfiguration verlangen. Tausende Kommunen arbeiten produktiv im Standard-Tenant. Entscheidend ist, dass die Entscheidung begründet, beschlossen und technisch umgesetzt ist – nicht, dass sie ausbleibt.
Müssen wir auf die Delos Cloud warten?
Für Kommunen und die meisten Landesbehörden: nein. Delos ist ein Bundesthema mit offener Zeitschiene, begrenztem Portfolio und ungeklärten Preisen. Ein sauber konfigurierter Standard-Tenant in der EU Data Boundary ist heute der realistische Weg. Ob einzelne Dienste später verlagert werden, kann man sich offenhalten – dafür braucht es aber ein Konzept, keine Wartestellung.
Kann SharePoint unsere E-Akte ersetzen?
Nein – und wer das behauptet, sollte Ihnen erklären, wie er die Anforderungen Ihres E-Government-Gesetzes und die Übergabe ans Landesarchiv abbildet. SharePoint und Purview können die Dokumentenarbeit rund um die Fachverfahren ordnen, Vorgänge nachweisbar aufbewahren und aussondern und Metadaten so mitführen, dass eine spätere E-Akte-Einführung leichter wird.
Wie gehen wir mit Copilot um, wenn der Personalrat skeptisch ist?
Skepsis ist die richtige Ausgangshaltung. Der Weg führt über eine Oversharing-Überprüfung (was könnte Copilot heute sehen?), eine Datenschutz-Folgenabschätzung und eine Dienstvereinbarung mit Pilotumfang und Evaluationskriterien. Wenn der Personalrat den Befund gelesen hat und die Regeln mitgestaltet, wird aus Skepsis in aller Regel ein tragfähiger Pilot.
Wir betreiben noch Exchange und SharePoint on-premises. Ist Hybrid ein Zwischenschritt oder eine Dauerlösung?
Beides ist möglich, und beides kann richtig sein. Hybrid ist ein guter Zwischenschritt, wenn Sie Fachverfahren mit lokalen Abhängigkeiten haben oder bestimmte Daten nach Schutzbedarfsfeststellung lokal bleiben sollen. Als Dauerlösung wird Hybrid teuer, weil Sie zwei Welten betreiben. Das Einführungskonzept legt fest, was wann wohin geht – und was bewusst bleibt.
Was kostet ein Konzept, und wie beschaffen wir es?
Die drei Konzeptpakete sind Festpreise auf Basis von 1.500 € je Beratertag: 6.750 € für Microsoft-365- und Teams-Einführungskonzept, 5.250 € für das Grobkonzept Teams-Telefonie, jeweils zzgl. USt. und ggf. Reisekosten. Die Beträge liegen in der Regel im Bereich vereinfachter Vergabeverfahren – die konkrete Wertgrenze regelt Ihr Landesrecht, das klären Sie am besten kurz mit Ihrer Vergabestelle.
Arbeiten Sie auch mit unserem kommunalen Rechenzentrum zusammen?
Ja, und das ist oft der beste Weg. Viele Kommunen beziehen Microsoft 365 oder Teile davon über ihren IT-Dienstleister oder Zweckverband. Ich arbeite dann als Konzept- und Zweitmeinungsgeber auf Ihrer Seite – ohne den Dienstleister zu ersetzen und ohne über ihn zu meckern. Meine Aufgabe ist, dass Sie wissen, was Sie bestellen.
Sind Sie an einen Hersteller oder ein Systemhaus gebunden?
Nein. Ich bin unabhängiger Berater mit eigener Firma in Dortmund, verkaufe keine Lizenzen und keine Hardware und bekomme keine Provisionen. Meine Werkzeuge entwickle ich selbst – die Diagnostiker-Überprüfungen basieren auf eigenen Read-only-Tools, nicht auf Herstellerskripten.
Über den Autor
Ulrich B. Boddenberg ist unabhängiger IT-Consultant und Fachautor mit Sitz in Dortmund. In knapp drei Jahrzehnten im Microsoft-Enterprise-Umfeld hat er rund zwanzig Fachbücher veröffentlicht und begleitet Kommunen, Landesverbände, kirchliche Träger und Unternehmen bei Konzeption, Betrieb und Absicherung von Microsoft 365, SharePoint, Entra ID, Teams-Telefonie und SQL Server. Er entwickelt eigene Analyse- und Verwaltungswerkzeuge und betreibt die Infrastruktur, über die er schreibt, selbst – inklusive eines eigenen Session Border Controllers für Teams Direct Routing.































